23. Juli 2015 4 Likes 1

Rückblick in die Gegenwart

„Vom Ende der Welt“ betrachtet den Klimawandel aus der Sicht des Jahres 2393

Lesezeit: 2 min.

300 Jahre nach der Klimakatastrophe, die das Antlitz der Welt für immer verändert hat, zieht ein Historiker Bilanz: Wieso konnten die Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts das Unheil nicht abwenden?

Dieser Frage gehen die beiden Wissenschaftshistoriker Naomi Oreskes (Harvard) und Erik M. Conway (NASA, Caltech) in ihrem 2013 erschienenen Buch „The Collapse of Western Civilization – A View from the Future“ nach, das Ende Juli unter dem Namen „Vom Ende der Welt – Chronik eines angekündigten Untergangs“ bei dem auf Nachhaltigkeit spezialisierten Oekom Verlag auf Deutsch vorliegen wird. Bereits 2010 haben sich die beiden Gelehrten zusammengetan und in „Merchants of Doubt“ (dt. „Die Machiavellis der Wissenschaft – Das Netzwerk des Leugnens“, Wiley-VCH Verlag, 2014) die Argumentationsketten der Gegner von Umwelt- und Gesundheitsschutzmaßnahmen analysiert und als gezielt gestartete Kampagnen entlarvt, die Zweifel und Panik schüren sollten.

In „Vom Ende der Welt“ konzentrieren sie sich voll und ganz auf die Debatten rund um das zum Reizthema gewordene Phänomen des Klimawandels. Hier darf ein Historiker aus dem Jahr 2393 zurückblicken und beschreiben, wie die westliche Zivilisation 2093 nach hunderten von Jahren ihr Ende fand und einem neuen Mittelalter Platz machen musste. Inspiriert von den großen Utopien des 19. und 20. Jahrhunderts (Edward Bellamys „ Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf das Jahr 1887“, William Morris‘ „Kunde vom Nirgendwo“ oder Aldous Huxleys „Schöne Neue Welt“) beleuchtet die Erzählung einer möglichen Zukunft die Jahre 1988 bis 2093 und hält manche überraschende Fakten bereit.

Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Vom Ende der Welt – Chronik eines angekündigten Untergangs • Oekom Verlag, München 2015 • 128 Seiten • € 9,95

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