20. November 2016 4 Likes 3

Cape Kennedy – Mond – Pazifik

Buzz Aldrins Reisekostenabrechnung fasst die Mondlandung in nüchternem Beamtenjargon zusammen

Lesezeit: 2 min.

Wer schon einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, sich mit amtlichem Papierkram befassen zu müssen, hat sicher festgestellt, dass es scheinbar ein Formular für alles gibt. Buzz Aldrin, Astronaut im Ruhestand, hat mit einem der ungewöhnlichsten Dokumente in der Geschichte der bemannten Raumfahrt gezeigt, dass Sankt Bürokrates nicht nur in Deutschland alles fest im Griff hat, sondern auch die amerikanischen Behörden Formulare und Papiere ebenso lieben wie ihre deutschen Gegenstücke. Der Beweis: Eine Reisekostenabrechnung über die erste Mondlandung. War schließlich eine Dienstreise.

Der historischste Moment in der Geschichte der bemannten Raumfahrt wird auf zwei Seiten ganz nüchtern abgehandelt: Es handelte sich um eine Rundreise, die in Houston, Texas, begann und endete. Die Zwischenstationen: Cape Kennedy – Mond – Pazifik (USN Hornet) und Hawaii. Seite zwei erklärt dann die Einzelheiten der Reise. Aldrin fuhr in seinem Privatwagen zur Ellington Air Force Base in der Nähe von Houston und stieg dort in ein Flugzeug der Regierung um, das ihn nach Cape Kennedy (der damalige Name von Cape Canaveral) brachte. Bis hierhin alles normal. Was sich die Sekretärin wohl gedacht hat, als sie bei den nächsten beiden Zeilen „Regierungsraumschiff“ als „Transportmittel“ und „Mond“ unter „Ziel“ eingetragen hat? Jedenfalls ging es vom Mond zurück zur Erde, genauer in den Pazifik, wo Aldrin und der Rest der Apollo-11-Besatzung von der USN Hornet (einem Flugzeugträger der Essex-Klasse) aufgelesen wurde, ehe es an Bord eines Navy-Flugzeuges nach Hawaii und von dort aus zurück nach Houston ging. Aldrin konnte 33 Dollar und 31 Cents für die Anfahrt mit seinem Privatwagen abrechnen, die Fahr- und Flugzeuge der weitere Reise wurden, ebenso wie Verpflegung und Unterkunft, von der US-Regierung gestellt.

Aber damit nicht genug: Die Apollo-11-Mannschaft führte Bodenproben vom Mond in die USA ein – was wiederum den Zoll und seine Formulare auf den Plan rief. Inwiefern Mondstaub krank machen würde, wäre noch zu bestimmen, heißt es dort lapidar.

Und da soll nochmal einer sagen, Papierkram wäre langweilig!

Quelle: Facebook/Twitter
Dieser Artikel ist erstmals am 4. August 2015 erschienen.

Kommentare

Bild des Benutzers Shrike

Höre ich da einen zynischen Unterton in diesem Bericht?
Also bitte - Ordnung muss schließlich sein.
Was ist denn mit den Überstunden? Die werden ja wohl bezahlt oder? Und nach 6 Stunden ist eine 30 minütige Pause einzuhalten. Und wenn man aufs Klo geht und es passiert was, ist es kein Dienstunfall.

Bild des Benutzers Elisabeth Bösl

Was ein Glück, dass es bei den Apollo-Missionen keine Toiletten in den Regierungsraumschiffen gab. Nicht auszudenken, wenn beim Pipimachen was passiert wäre! :-p

Was die Überstunden angeht: Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob die bezahlt wurden. Vielleicht gabs Freizeitausgleich? Ich recherchiere das mal.

Bild des Benutzers Sebastian Pirling

Und den Helm nur pro forma bei Abflug und Landung aufsetzen, das kennt man ja. "Look Ma, I'm safe!" Die Rechnung kriegt man immer hinterher serviert ...

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