12. Mai 2014 1 Likes

Soylent ist Menschenfleisch!!

Science-Fiction-Food ist Realität geworden

Lesezeit: 2 min.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, Soylent ist kein Menschenfleisch. Ob der Solid-Food-Ersatz von Software-Entwickler Rob Rhinehart sonst so einen reißenden Absatz finden würde, ist zu bezweifeln. Allerdings entbehrt die Benennung seines auf reine Effizienz abzielenden Nutrition-Shakes nicht einer gewissen Selbstironie. Im vom Harry Harrison-Klassiker New York 1999 inspirierten Film Jahr 2022… die überleben wollen (Originaltitel: Solyent Green) geht es um eine ähnliche Wundermahlzeit wie den von Rhinehart entworfenen Drink: Soylent Green ist in der zukünftigen Ökodystopie des Filmes die nahrhafteste und billigste Ernährungsquelle für die halbe Weltbevölkerung. Grüne quadratische Täfelchen, die angeblich ein Konzentrat aus Plankton sind, liefern alle überlebenswichtigen Nährstoffe und schmecken dabei noch nicht mal schlecht.

So ähnlich lässt sich auch Rhineharts Erfindung Soylent beschreiben. Zwar geht es hier um einen gelblichen,  teigigen Drink und nicht um grüne Täfelchen, aber auch dieser liefert alle nötigen Nährstoffe, die in einer ausgewogenen Ernährung vorhanden sein sollten und macht damit die Einnahme aller anderen Lebensmittel (mit Ausnahme von Wasser) vollkommen unnötig.

Hier enden dann aber auch schon die Gemeinsamkeiten, denn in …Jahr 2022… die überleben wollen findet Charlton Heston mit von Grauen verzerrtem Gesicht heraus, dass die beliebte Superspeise nicht aus Plankton, sondern aus toten Menschen hergestellt wird. „Soylent Green ist Menschenfleisch!!“ ist denn auch die von ihm geäußerte Erkenntnis, die sich als Phrase von da an durch die halbe Popkultur ziehen sollte (Simpsons, Cloud Atlas).

Rhineharts Soylent-Produkt hingegen besteht lediglich aus verschiedenen Konzentraten: Protein, Vitamine, Kohlenhydrate, Ballaststoffe etc. Die Nährstoffe werden in Pulverform aufs Mikrogramm peinlichst genau abgewogen und mit Öl und Wasser vermengt. In den USA kann man den Pulvermix inklusive Öl bereits kaufen und in Windeseile zubereiten. Was für Auswirkungen diese Ernährung dann im Langzeittest haben wird, steht allerdings noch in den Sternen. Rhinehart selbst nutzt sein Produkt nun seit über einem Jahr und scheint sich nicht beklagen zu können. Ernährungswissenschaftler sind allerdings noch mehr als skeptisch. Revolutionäres Potenzial hat Soylent auf jeden Fall. Ob sich dieses entfalten wird oder der Nourishment-Shake lediglich als weiteres Produkt für „Solyent Green ist Menschenfleisch!!“-Anspielungen in die Geschichte eingehen wird, bleibt abzuwarten.

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