18. April 2017 4 Likes 1

Das ist bei uns nicht möglich

Wie Sinclair Lewis schon 1935 ins Weiße Haus von Heute blickte

Lesezeit: 1 min.

Im Jahre 1930 war der Romancier, Dramatiker und Kriegsgegner Sinclair Lewis (1885–1951) der erste Amerikaner, der den Literaturnobelpreis erhielt. Fünf Jahre später veröffentlichte er seinen satirischen Roman „It Can’t Happen Here“ alias „Das ist bei uns nicht möglich“. Darin nutzt der fiktive Populist Buzz Windrip als Präsidentschaftskandidat die Unzufriedenheit der US-amerikanischen Wählerschaft, die ihn trotz seiner unrealistischen Versprechen und sogar Lügen bis ins Weiße Haus und ins Oval Office trägt. Dort regiert Buzz als absolutistischer Herrscher, verfügt über brutale Truppen, beschneidet die Freiheit von Minderheiten, zettelt einen Krieg mit Mexiko an und heizt seinen Kritikern im eigenen Land ordentlich ein.

Klingt irgendwie vertraut, oder? Kein Wunder, dass Aufbau den Roman, der im Original zur Zeit der Wirtschaftskrise und des parallel verlaufenden Aufstiegs der Populisten in den USA entstand, ausgerechnet jetzt in der Übersetzung von 1936 neu auflegt. Denn obwohl Buzz nach dem realen Politiker Senator Huey Long modelliert ist, der gegen Roosevelt hätte antreten sollen und kurz vor der ursprünglichen Veröffentlichung des Buches ermordet wurde, kommt einem vieles aus „Das ist bei uns nicht möglich“ doch sehr bekannt und aktuell vor. Auf seine Weise hat Sinclair Lewis vor über achtzig Jahren einen präzisen Blick in die Zukunft der Vereinigten Staaten geworfen – ob er damit gerechnet hätte, eine solch treffsichere Vorhersage abzugeben?

Sinclair Lewis: Das ist bei uns nicht möglich • Aufbau/Blumenbar, Berlin 2017 • 448 Seiten • Hardcover: 24,00 Euro

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