25. Oktober 2015 1 Likes

Krieg der Zinnmänner

Christopher Goldens neuer SF-Roman „Krieg der Maschinen“

Lesezeit: 2 min.

Diesen Monat erscheint „Krieg der Maschinen“ (Tin Man) in der Übersetzung von Michael Kubiak auf Deutsch, der neueste Science-Fiction-Roman aus der Feder des amerikanischen Viel- bzw. Allesschreibers Christopher Golden. In seinem Techno-Thriller steht die Welt vor dem Kollaps: Die Wirtschaft und die Umwelt geben im Gleichschritt den Geist auf, Krieg liegt in der Luft. Eine neue Einheit Elitesoldaten soll es richten, deren Geist mit je einem Kampfroboter verbunden wird. Danny Kelso ist einer dieser futuristischen Soldaten, die Technik und Menschlichkeit auf erstaunliche Weise vereinen uns die Zivilisation des nahen Morgens retten sollen – dann kappt ein Terroranschlag weltweit den Strom, und Dannys Geist ist in seinen ‚Zinnmann’ gefangen. Als Handlungsschauplätze dienen die USA, Syrien, Deutschland und Griechenland. Ganz schön effekthascherisch, ganz schön aktuell …

Es ist immer wieder erstaunlich – Christopher Golden hat wirklich schon so gut wie alles geschrieben! Romane und Comics zu „Buffy“ genauso wie Bücher über Jack Londons übernatürliche Erlebnisse als junger Mann. Dazu kommen Romane aus der Welt von „Battlestar Galactica“ oder „Uncharted“ sowie diverse gemeinsame Buch-Projekte mit „Hellboy“-Erfinder Mike Mignola, die schließlich in Comic-Form fortgesetzt wurden. Auch als Anthologie-Herausgeber hat Golden sich schon häufig betätigt. Zahlreiche Kurzgeschichten runden sein gewaltiges Portfolio ab, während die Werke des 1967 geborenen Amerikaners in ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden, diverse Preise einheimsten und auf der Bestseller-Liste landeten.

Auf Deutsch – und das macht Goldens krasse Bandbreite so richtig deutlich – erschien von ihm vor „Krieg der Maschinen“ im Spätsommer zuletzt „Sons of Anarchy: Bratva“, der erste offizielle Roman zur grandiosen, knallharten TV-Serie um die Biker-Outlaws aus Charming (überflüssig zu erwähnen, dass Golden zuvor schon die ersten Kapitel der Comics mit den Mitgliedern von SAMCRO getextet hat, oder?). Angesiedelt zwischen Staffel 4 und 5 und auf einer Idee von Show-Schöpfer Kurt Sutter beruhend, schickt Golden in seinem Krimi die Club-Mitglieder Jax, Op und Chibs nach Vegas, wo sie in den Kugelhagel eines Bürgerkriegs der Russenmafia eintauchen müssen, um Jax’ irische Halbschwester zu retten. Wie gut der Roman geworden ist? Das kann mit aller Skepsis gegenüber Büchern zu TV-Serien ganz leicht beantwortet werden: Würde Golden einen weiteren Roman mit den Sons schreiben, würde man ihn sofort lesen. Mal sehen, wie sein „Krieg der Maschinen“ geworden ist.

Als nächstes erscheint von Mr. Golden im März 2016 übrigens „Alien – Der verlorene Planet“ (im Shop) bei Heyne, worin er ein neues Abenteuer von Ellen Ripley erzählt.

Christopher Golden: Krieg der Maschinen • Blanvalet, München 2015 • 512 Seiten • € 9,99

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