17. Februar 2026

„Cold Storage“ – Alien Attacks!

Liam Neeson kämpf diesmal nicht gegen Entführer sondern Außerirdische

Lesezeit: 3 min.

Alien-Invasionen sind kein Spaß, nur manchmal. Zumindest versucht Jonny Campbell mit „Cold Storage“ eine überdrehte Komödie zu inszenieren, die von den späten Folgen einer Begegnung mit außerirdischer Materie erzählt. Doch so recht kann er sich nicht entscheiden, ob er eher auf Witze setzt oder nicht doch eher auf Schockeffekte und setzt sich so am Ende zwischen die Stühle.

Ein wenig außerirdisch mutet die australische Wüste ohnehin an, vielleicht also kein Zufall, dass sich ausgerechnet da Seltsames zuträgt. Sogar Vertreter einer streng geheimen Abteilung der NASA finden sich im Outback ein, unter ihnen Robert Quinn (Liam Neeson) und seine Kollegin Trini Romano (Lesley Manville). Neben diversen Leichen, die mit ihren von innen aufgeborstenen Körpern wie alte Bekannte aus den Alien-Filmen wirken, finden sie eine außerirdische, organische Substanz, die in kürzester Zeit von ihrem Wirt Besitz ergreift und ihn zu bizarrem Verhalten zwingt.

Dieses Mal geht die Bedrohung zwar noch glimpflich aus, doch so wird es nicht bleiben. Zwar wird die Substanz in einem an sich luftdichten Behälter eingeschlossen, der bald darauf in eine an sich vollkommen sichere Hochsicherheitsanlage des amerikanischen Militärs eine letzte Heimat findet. Doch Jahre später, haben sich die finanziellen Möglichkeiten des Militärs zum negativen entwickelt und der Militärstützpunkt wird an den meistbietenden verkauft. Dummerweise ohne vorher gründlich aufzuräumen oder sich gar um die längst vergessenen Substanzen zu kümmern. Nun befindet sich auf dem ehemaligen Militärgelände eine große Lagerhalle, in der Menschen ihr Hab und Gut und manchmal auch Diebesgut verstauen können.

Des Nachts wird die Anlage von Travis Meacham genannt Teacake (Joe Keery) und seiner neuen Kollegin Naomi Williams (Georgina Campbell) bewacht, die bald von einem seltsamen Geräusch irritiert werden.

Und so kommt es, wie es kommen muss: In den Tiefen der Lagerhalle findet das unfreiwillige Gespann bald die Spuren einer biologischen Katastrophe, die schnell das amerikanische Militär auf den Plan ruft. Aber auch der sich inzwischen eigentlich im Ruhestand befindliche Robert Quinn macht sich auf den Weg, nicht in erster Linie um Teacake und Naomi zu retten, sondern um die Menschheit vor der außerirdischen Gefahr zu beschützen.

Nach einigen Jahren als humorloser Actionheld scheint Liam Neeson inzwischen eher leichtere Kost auszuwählen: Nach der Klamotte „Die Nackte Kanone“ spielt er nun erneut in einer Komödie mit, die allerdings von saftigen Gewaltspitzen durchzogen ist. Wie in einem Horrorfilm wirkt es bisweilen, wenn die von der außerirdischen Substanz infizierten Wesen – von Menschen, über Ratten bis zu einem Hirsch – langsam in ihre Einzelteile zerfallen und am Ende gerne in einer blutigen Explosion in alle Einzelteile bersten.

Ein wenig erinnert dieser Versuch, die absurden Seiten einer außerirdischen Invasion zu imaginieren, an Tim Burtons „Mars Attack!“, ohne allerdings dessen satirische Qualitäten zu erreichen. Auch wenn das Drehbuch von keinem geringeren als David Koepp stammt, der immerhin die Vorlagen zu so herausragenden Genrefilmen wie „Jurassic Park“ oder „Mission: Impossible“ schrieb, bleibt „Cold Storage“ ein etwas unbefriedigendes Stückwerk. Mal albern, mal brutal geht es zu, mal wie in einem gradlinigen Science-Fiction-Film, mal wie in einer Beziehungskomödie, in der die beiden jungen Helden dank vielfältiger äußerer Hindernisse am Ende zueinander finden.

Cold Storage • USA 2026 • Regie: Jonny Campbell • Darsteller: Liam Neeson, Joe Keery, Georgina Campbell • Ab 19.02. im Kino

Abb. ganz oben: Studiocanal, Germany 

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