23 Years Later: Return to Zombie Island
Uwe Boll kehrt zurück zu seinen Wurzeln
Okay, „Wurzeln“ stimmt nicht so ganz, der boxende Indiefilmer mit dem Doktortitel hatte vor „House of the Dead“ (2003) schon eine Reihe Filme gedreht, aber es war die vermurkste Verfilmung des gleichnamigen Videospiels, die ihn international als eine Art Ed Wood aus Deutschland bekannt machte. Boll brachte das Kunststück fertig Kritiker, Publikum und Fans der Videospiele gleichermaßen zu verärgern und hatte fortan seinen Ruf weg. Was ihn nicht davon abhielt, mit weiteren Videospielverfilmungen nachzulegen, die wie sein Debüt durch selbst aufgelegten Medienfonds und einem Schlupfloch im Steuerverschieberecht finanziert wurden.
Mir ist „House of Dead“ vor allem in Erinnerung geblieben, da zwei Kumpels und meine Wenigkeit Anfang der 2000er ein paar Filmfestivals veranstaltet hatten und auf einem Bolls Zombieheuler aufführen durften. Boll erschien und hatte überraschend seine Anleger im Schlepptau, die natürlich keine Tickets lösten und so bestand das Publikum schlussendlich vor allem aus Menschen, die man weitaus eher bei einer Wagner-Aufführung als bei Splatter-Trash erwartet hätte.
Der streitbare Filmemacher backt mittlerweile jedenfalls deutlich kleinere Brötchen und so soll „23 Years Later: Return to Zombie Island“, eine inoffizielle Fortsetzung zu „einem der berüchtigtsten Kult-Horrorfilme aller Zeiten“, per Crowdfunding durch Indiegogo finanziert werden. Das wundert mich, denn der Filmemacher hatte bereits mehrfach versucht Projekte durch Crowdfunding zu stemmen, was schließlich zu einer Videobotschaft mit einer wütenden Hasstirade gegen Crowdfunding-Plattformen und Unterstützter führte. Ob es auch dieses Mal am Ende wieder „Fuck Yourself!“ heißt? Wir werden sehen.
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