22. Juni 2026

Trailer-Diamanten: „The Fin“ und „Burn“

Wow, wow und nochmals: WOW!

Lesezeit: 2 min.

Von Zeit zu Zeit trudeln Trailer zu Independent-Filmen ein, bei denen einem einfach nur der Mund offen bleibt und man sich einmal mehr fragt, wieso in Hollywood trotz hunderte Millionen Dollar an Budget das meiste aussieht wie Fernsehen aus den späten Neunzigern.

Ein Wunderwerk wäre „The Fin“, der erste abendfüllende Film des koreanischen Regisseurs Syeyoung Park. Erzählt wird von einer dystopischen Nachkriegszeit in der Nord- und Südkorea wiedervereint sind, das Land aber von einer riesigen Mauer umgeben ist, die vor einer angeblichen Gefahr schützen soll. Vor der Mauer leben in einer komplett zerstörten Welt mutierte Ausgestoßene, so genannte Omegas, die als billige Arbeitskräfte das Meer von Müll und Gift reinigen müssen. Im Mittelpunkt steht die junge Regierungsangestellte Sujin, die auf der Suche nach untergetauchten Omegas an der Ideologie des Staates zu zweifeln beginnt. Der Trailer wirkt mit seinen grellen Farben und expressiven Sets teils wie ein Fiebertraum und sieht so gar nicht nach einem Budget von gerade mal um die 25.000 Euro aus.

Was „Burn“ von Makoto Nagahisa gekostet hat, ist nicht bekannt, aber der zweite Film des Japaners, der erstmals 2019 mit „We Are Little Zombies“ auf sich aufmerksam machte, gilt ebenso als Independentproduktion und hat ebenso einen zum Niederknien schönen Trailer. Hier dreht sich alles um die von zu Hause weggelaufene Teenagerin Ju-Ju, die von einer Gruppe Außenseiter in Kabukicho aufgenommen wird und zum ersten Mal ein Gefühl der Zugehörigkeit findet – allerdings nicht für lange … es soll sich nicht direkt um einen Science-Fiction-Film handeln, aber um eine Coming-of-Age-Geschichte, die, vermutlich ähnlich wie „Typhoon Club“, Sci-Fi-Elemente nutzt um die Erfahrungswelt der Protagonistin greifbar zu machen.

Die Chance, dass die beiden Filme hierzulande eine Kinoauswertung bekommen, ist äußerst gering, aber vielleicht erbarmt sich ja eins der unzähligen Mediabook-Label und spendiert eine Heimkino-Veröffentlichung.

Abb oben aus „The Fin“.

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