22. Februar 2026

Trailer: „Boyfriend on Demand“

Liebe zwischen Virtual Reality und KI

Lesezeit: 2 min.

Der Vormarsch an südkoreanischer Softpower in Form von Entertainment jeder Art ist ziemlich rasant, und nicht zuletzt Netflix (und später auch Disney+ und Prime) haben einen gewaltigen Anteil daran.

Mit Folgen, die speziell die südkoreanische TV-Branche massiv spürt. Es wird zwar erhebliches Geld reingepumpt, aber es verteilt sich anders. Die Wirkungen sind nicht unerheblich: Weniger, kürzere, dafür teurere Serien. Und auch inhaltlich ändern sich Dinge: Man orientiert sich z.T. drastisch weg vom asiatischen Markt und seinen Konventionen (was für viele Zuschauer im Westen sicher den Reiz der Serien ausmachte) und ahmt eher US-Ware nach, was nicht zuletzt mehr Plot, mehr Tempo, mehr Reizüberflutung und mehr Ausbuchstabieren bedeutet. Wie schief das gehen kann, haben zuletzt hochgehypte Reihen wie „Can This Love Be Translated?“ (Netflix; starker Start, dann reinstes Gewürge) oder „Newtopia“ (Prime; starker Start, dann reinstes Gewürge) gezeigt.

Boyfriend on Demand“ (ab 6. März bei Netflix) ist nun das neueste Hochglanzprodukt der Idee, K-Dramen für den Weltmarkt zu zimmern. Man nehme: Einen Pop-Megastar (Jisoo von Blackpink, die auch in „Newtopia“ zu sehen war), einen sehr populären männlichen K-Drama-Star (Seo In-guk aus z.B. „Doom at Your Service“ oder „Death‘s Game“), baue ein schrilles, schillerndes Story-Konstrukt irgendwo zwischen Science-Fiction und Reality-TV – die arme Jisoo spielt eine ausgebrannte Webtoon-Produzentin, die ihr Heil auf dem Virtual-Reality-Boyfriend-Markt sucht, was reichlich Gelegenheit gibt, Boyfriend-Material in Form von anderen K-Drama-Stars wie Seo Kang-joon, Lee Soo-hyuk, Lee Hyun-wook, Lee Jae-wook, Kim Sung-cheol, Lee Sang-yi und Ong Seong-wu anzubieten –, garantiert ergänzt um einen modernen Pop-Soundtrack. 10 Folgen werden es, geschrieben wurde es von Namgung Do-young (null Vorgeschichte, vielleicht eine feine Mischung aus Algorithmen und KI), inszeniert hat Kim Jung-sik („No Gain, No Love“, Prime).

Ich lasse mich gern positiv überraschen, aber … na ja, so recht dran glauben kann ich nicht.

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