„Der Super Mario Galaxy Film“ – Across the Universe
Die Fortsetzung der erfolgreichen Spiele-Adaption zitiert sich durch den Mario-Kosmos
Auch an dieser Stelle haben wir schon des öfteren darüber geschrieben, dass Adaptionen von Computerspielen lange Zeit schief gingen. Das hat sich inzwischen geändert, der erste „Super Mario Bros“-Film und auch die Adaption von „Minecraft“ waren gigantische Erfolge, weswegen – Hollywood eben – schnell Fortsetzungen ins Auge gefasst wurden. Ob der Erfolg dieser Filme nun daran lag, dass Hollywood endlich einen kreativen Weg gefunden hatte, ein Nichts an Spielehandlung in einen Spielfilm zu übertragen oder es vielleicht doch einfach daran lag, dass die Ansprüche gesunken waren, diese Frage blieb jedoch offen.
Und wird nun in gewisser Weise von „Der Super Mario Galaxy Film“ beantwortet, einer losen Fortsetzung, die eigentlich kaum noch als Film zu verstehen ist, zumindest dann nicht, wenn man von einem Film eine halbwegs nachvollziehbare Handlung erwartet, die sich weitestgehend linear vom Beginn bis zum Ende entwickelt.
Nominell adaptieren die beiden Regisseure Aaron Horvath und Michael Jelenic hier zwar das gleichnamige Spiel, zitieren sich dabei aber munter durch den gesamten Mario-Spiele-Kosmos, inhaltlich und – leider nur ansatzweise – auch visuell.

Der Versuch, die Handlung beschreiben, geht über folgendes kaum hinaus: Die Prinzessin Rosalina wird entführt, Mario und Luigi retten sie. Reduziert wie ein typisches Jump’n’run-Spiel eben, viel gejumpt und gerunt wird in der episodenartigen Struktur auch, die fast im Minutentakt durch allerlei alte und neue Mario-Spiele springt und mit ihrer kurzen, abgehakten Form wie gemacht wirkt für die ADHS-Generation.
Mal folgt man da etwa Mario und Konsorten in eine Wüstenlandschaft, wo mit Karts rumgesaust wird, bis man den kleinen Dino Joshi aus einer Pyramide befreit, mal wird durch einen Dschungel gejagt, wo die Freunde tatsächlich auf einen Tyrannosaursus-Rex treffen. Was sich offenbar – wir vertrauen hier den Experten der entsprechenden Wikipedia-Seite, die schon vor Filmstart allerlei Anspielungen erkannt haben – auf das Spiel „Super Mario Odyssey“ bezieht. Auch ohne dieses Spezialwissen funktioniert diese und die meisten anderen Sequenzen allerdings ziemlich gut, so rasant und slapstickartig wirkt die Inszenierung, die kaum einmal zur Ruhe kommt.

Auch für die älteren Semester finden sich zahlreiche visuelle Easter Eggs, Anspielungen an die altmodische, klobige Grafik der frühen Mario-Spiele, die berühmten Steine, denen Mario und Luigi durch unten ranspringen nützliches Bonusmaterial entlocken konnten. Auch diese Items zitieren bestimmte Spiele, wie man ebenfalls bei Wikipedia nachlesen kann: „Items, die im Film genutzt werden, sind unter anderem das Super Scope, das erstmals in „Yoshi’s Safari“ eingesetzt wurde und ein Schirm, der von Prinzessin Peach wie in „Super Princess Peach“ als Waffe eingesetzt wird.“
Man merkt: Es ist für wirklich jedes Level an Kenntnis der Mario-Welten etwas dabei, für die größten Nerds, wie für alte Nostalgiker, die sich angesichts einzelner, in 80er Jahre Grafik animierten Bildern wehmütig an ihre Jugend erinnern können.
In manchen Szenen scheint sich „Der Super Mario Galaxy Film“ gar zu stilistischer Ambition aufzuraffen, wenn etwa einzelne Episoden, in denen kurz die Vorgeschichte einer Figur erzählt wird, in markanten Animationsstilen gezeigt werden. Doch solche Momente bleiben rar, meist bleibt es beim soliden, funktionalen im Computer animierten Look, der in seiner offensichtlichen Künstlichkeit am Ende aber gut zu einem sehr modernen Animationsfilm passt, der Mario-Fans jeden Alters einiges bietet.
Der Super Mario Galaxy Film • The Super Mario Galaxy Movie, USA 2026 • Regie: Aaron Horvath & Michael Jelenic • im Kino • Abb. © Universal Studios / Nintendo
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