26. Dezember 2023

Doctor Who: Der neue Doktor ist gelandet

Das Christmas Special 2023 der Kultserie, mit Ncuti Gatwa als neuem Doktor

Lesezeit: 2 min.

Für „Doctor Who“-Fans war das ein richtig schönes, aufregendes Jahres-Finish: Drei neue Serien-Specials (darunter die Adaption eines Comics von Pat Mills und Dave „Watchmen“ Gibbons!) zum 60. Geburtstag der englischen Science-Fiction-Kultserie, und obendrein ein Weihnachtsspecial, allesamt jeweils am Tag der englischen Erstausstrahlung durch die BBC in deutschsprachiger Synchronisation via Disney+ streambar. Sweet Christmas!

In den ersten drei Spezialfolgen nach den regulären Staffeln mit Jodie Whittaker in der Titelrolle (2018–2022) kehrte Fanliebling David Tennant als zeitreisender Problemlöser zurück, der zwischen 2005 und 2010 schon einmal den Doktor gegeben hatte. Auch Catherine Tate gab als Donna, beste Freundin dieses Doktors, ihr Comeback. Im dritten Special mit den beiden – und Neil Patrick Harris aus „How I Met Your Mother“ als Bösewicht – kam es dann zur ersten Bi-Regeneration der Franchise-Geschichte. David Tennant wurde nicht (wie bei einer normalen Regeneration üblich) zur Erklärung des anstehenden Darsteller-Wechsels zwischen den Inkarnationen und Seasons aus der Serie geschrieben und abgelöst. Stattdessen teilte sich der Doktor diesmal: Tennant blieb also in der Folge und dem Kosmos (und bleibt über die Specials hinaus in der Hinterhand), und Ncuti Gatwa aus „Sex Education“ debütierte als nächster Doktor, woraufhin die beiden gleich mal ein Team-up hatten.


© James Pardon/Bad Wolf/BBC Studios

Am ersten Weihnachtsfeiertag bestritt der 1992 in Ruanda geborene, in Schottland aufgewachsene Darsteller nun sein erstes dreiviertelstündiges Solo als Doktor, und was sich bereits im dritten Tennant-Special und dem Trailer des Christmas Specials abgezeichnet hatte, bewahrheitet sich in „Vom Himmel hoch“ alias „The Church On Ruby Road“: Gatwa, ein konstantes Highlight in Netflix’ Serien-Hit „Sex Education“, ist ein super Doktor, mit einer tollen Energie, jeder Menge Charme sowie massig Menschlichkeit und Ausdruckskraft. Ledermantel, breites Lächeln, smarte Handschuhe, eine renovierte TARDIS, zeitgemäße Coolness – ein gelungener Einstand. Auch stimmt die Chemie zwischen dem fünfzehnten Doktor und der jungen Ruby Sunday als Companion des ewigen Zeitreisenden, gespielt von Millie Gibson, die irgendwie sofort Erinnerungen an Jenna Coleman als Clara Oswald aufkommen lässt.


© Lara Cornell/Bad Wolf/BBC Studios

Veteran Russel T Davis ist außerdem zurück bei „Doctor Who“ und fungiert als Showrunner, hat nicht zuletzt das Weihnachtsspecial geschrieben. Und obwohl der Plot um die findelkinder-entführenden Gremlin-Goblins in ihrem riesigen Luftschiff („Time Bandits“ lässt grüßen) ein bisschen löchrig daherkommt, drückt diese Inkarnation von „Doctor Who“ emotional und vom Feeling her definitiv die richtigen Knöpfe (dass es im Fandom immer Diskussionen geben wird, ist normal bei so einem traditionsreichen, variantenreichen Franchise). Man kann allemal optimistisch und voller post-weihnachtlicher Vorfreude nach 2024 blicken, wenn im Frühling die neue Staffel „Doctor Who“ startet, ebenfalls schon für Disney+ angekündigt, und inzwischen auch mit einem ersten Teaser-Trailer versehen …

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Christian Endres berichtet seit 2014 als Teil des Teams von diezukunft.de über Science-Fiction. Er schreibt sie aber auch selbst – im Mai 2024 erscheint bei Heyne sein SF-Roman „Wolfszone“.

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