19. Mai 2026

Trailer-Granaten: „Hope“ und „Her Private Hell“

Na Hong-jin und Nicolas Winding Refn sind zurück

Lesezeit: 2 min.

Was war das für ein toller Tag gestern! Es wurden gleich zwei Trailer von Regisseuren ins Netz gestellt, die schon seit einer Dekade nicht mehr auf der Leinwand zu sehen waren und beide Promovideos lösen schon nach wenigen Sekunden dieses in den letzten Jahren leider viel zu selten auftretende „Will sehen! Jetzt! Sofort! Her damit!“-Gefühl aus!

Zum einen wäre da „Hope“ von Na Hong-jin. Hong-jin empfahl sich zwischen 2008 und 2016 mit „The Chaser“, „The Yellow Sea“ und „The Wailing – Die Besessenen” als einer der versiertesten, unberechenbarsten Genrefilmer Koreas. Danach war aber weitestgehend Funkstille. Nun ist er mit „Hope“, dem angeblich teuersten südkoreanischen Film aller Zeiten, wieder da und der Trailer macht gleich deutlich, dass toll gefilmte Alien-Action angesagt ist, die sich offenbar vor allem in und um ein kleines Dörfchen namens Hope Harbot herum abspielt und in der „Squid Game“-Star Jung Ho-yeon als Polizistin in ihrer ersten Kinorolle zu sehen ist. Auf der Besetzungsliste findet sich überraschenderweise auch das Schauspieler-Ehepaar Michael Fassbender und Alicia Vikander, aber beide sollen wohl nur wenige Szenen haben.

Nicolas Winding Refn war in den letzten Jahren zwar deutlich aktiver als Hong-jin, aber es ist schon schön, dass ein Megastyler endlich wieder dahin zurückkehrt, wo er letztendlich hingehört: ins Kino. „Her Private Hell“ erzählt von einer jungen Frau, die sich in einer futuristischen Metropole auf die Suche nach ihrem Vater macht. Auf ihrem Weg begegnet sie einem US-amerikanischen Soldaten, der seine Tochter aus der Hölle zurückholen will. Der Trailer macht vom ersten Bild an deutlich, dass wir im Refn-Land sind, es gibt aktuell nicht viele Regisseure, deren Handschrift so deutlich ist (oder die überhaupt eine Handschrift haben): Neonfarben, Glitter, Fashion und leicht somnambul wirkende Figuren (gespielt von unter andere Sophie Thatcher, Charles Melton und Kristine Frøseth) – lediglich die Musik scheint nicht mehr rein elektronisch zu sein. Angeheuert wurde die italienische Komponistenlegende Pino Donaggio (unter anderem Musik zu „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“, 1976; „Dressed To Kill“, 1981; „Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren“, 1981) und die schlägt vor allem zum Ende des Trailers eher klassische Töne an. Man darf höchstgespannt sein, was der hyperkontroverse Regisseur dieses Mal kredenzt hat und wer sich alles drüber aufregen wird.

Beide Filme hatten gerade in Cannes Premiere, und für beide gibt’s noch keine deutschen Veröffentlichungstermine, aber es dürfte nicht lange dauern, bis man im Kino voller Ungeduld wartet, bis die Werbung endlich vorüber ist.

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