Erich von Däniken (1935 – 2025)
Der Esoterikguru schwebt jetzt in einer anderen Dimension
Klar, man soll nicht schlecht über Tote reden, aber richtig ernst konnte man Erich von Däniken ja nun beim besten Willen nicht nehmen. Bereits Ende der 1960er-Jahre wurden Vorwürfe laut, dass die Thesen des berühmtesten Vertreters der parawissenschaftlichen Prä-Astronautik nicht haltbar sind und in den folgenden Jahrzehnten wurden die Vorwürfe nicht weniger – es war sogar von einem „Scharlatan“ und „Spinner“ die Rede.
Warum haben sich trotzdem zahllose Menschen rund um den Erdball von ihm einwickeln lassen? Warum hat der Mann im Laufe seines Lebens um die 75 Millionen Bücher abgesetzt? Alle Einfaltspinsel? Nein, ich glaube eher, dass der stark von „Perry Rhodan“-Schöpfer Clark Dalton beeinflusste Däniken zwar ein Halunke, aber eben halt auch ein begnadeter Märchenerzähler war. Stories wie die, das sich die menschliche Intelligenz nicht durch Evolution, sondern durch häufigen Geschlechtsverkehr mit außerirdischen Besuchern entwickelt hat, sind einfach zu gut (1977 veröffentlicht in „Beweise. Lokaltermin in fünf Kontentinen“). Däniken hatte ebenso ganz eigene Ansichten zum Thema Außerirdische, für ihn waren sie keine Bedrohung, sondern hoch entwickelte, sanfte Wesen, die unseren Vorfahren Technologien brachten und als Götter missverstanden wurden.
Es wundert jedenfalls nicht, dass der Mann in der Popkultur seine Spuren hinterließ: Er soll unter anderem Spielberg zu „E.T.“ (1982) inspiriert und den Boden für H.R. Gigers Alien-Schöpfung gelegt haben, des Weiteren finden sich Motive aus seinem Œuvre in der „Stargate“-Franchise oder in „Indiana Jones und das Königsreich des Kristallschädels“ (2008). Außerdem gibt es zahlreiche Comics, die sich auf irgendeine Weise bei der Vorstellungswelt des Mannes bedienen, der sich vom gelernten Koch zu einem der populärsten Mythenbauer der letzten Jahrzehnte emporschwang.
Abb. im Schaufenster: faz.net
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