Hermann Kopp: Der Golem
Neuer Soundtrack zum Stummfilm-Klassiker
Die Sage vom Golem wird auch als „jüdischer Frankenstein“ bezeichnet. Ob Mary Shelley den Stoff kannte, ist unklar, aber es finden sich so einige Gemeinsamkeiten zwischen ihrem weltberühmtem Meisterwerk (Im Shop!), das vielen als erster Science-Fiction-Roman gilt, und der Geschichte über ein mittels Buchstabenmystik ins Leben gerufenes, stummes, menschenähnliches Geschöpf, das Aufträge ausführen kann. Im Gegensatz zu Shelleys Buch wurde die Sage, deren Ursprung im Dunklen liegt, aber nicht ansatzweise so oft verfilmt. Doch eine der wenigen Adaptionen, nämlich der 1920 veröffentlichte „Golem, wie er in die Welt kam“ von Paul Wegener und Carl Boese gilt als fast so großer Klassiker wie James Whales berühmte „Frankenstein“-Adaption von 1931, was nicht zuletzt auf die extravagant designeten Sets zurückzuführen ist.
Wie einige Stummfilmklassiker bekam auch „Golem, wie er in die Welt kam“ über die Jahre immer mal wieder neue Soundtracks verpasst – da Produktionen dieses Alters in der Regel gemeinfrei sind, bietet sich die Möglichkeit zum Austoben für Musiker jeglicher Couleur.
Nun hat Hermann Kopp, der vor allem für seine Soundtracks zu Jörg Buttgereits „Nekromantik“ (1988) und „Nekromantik 2“ (1991), neue Musik geschrieben und die gelegentlich ins noisige abgleitende Mischung aus Violine, Bratsche und Synthesizer kommt oft beklemmend und creepy daher und erinnert gelegentlich an seine Musik zu Buttgereits Liebesfilm-Klassikern.
Ergänzt sich gut mit dem Film und lässt sich auch ohne Bilder gut hören, eignet sich aber weniger für Menschen mit Hang zu Depressionen.
Hier kann man sich alles anhören und bei Gefallen erwerben: Die digitale Version steht sofort bereit, die CD erscheint am 20. Februar 2026.
(Da von der Musik bis dato nichts auf Youtube veröffentlicht wurde, folgt unter dem Text der Film mit dem Original-Soundtrack.)
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