8. Mai 2026

„Mortal Kombat 2“ – Prügeln bis das Blut spritzt

Ein Film für die Altersgruppe Ü40

Lesezeit: 3 min.

Auch an dieser Stelle haben wir schon oft festgestellt, das wir uns in einer von Nostalgie geprägten Ära befinden, in der aus vielerlei Gründen eine vermeintlich gute, alte Zeit evoziert wird. Andererseits möchten Filmemacher nicht nur ein älteres Publikum ansprechen, sondern am besten auch noch ein junges, neues, eine Mischung aus Nostalgie und Innovation muss also her.

Was manchmal klappt, wie etwa gerade beim „Super Mario Galaxy Film“, der sich zu einem gigantischen Hit entwickelt hat, andererseits aber auch zu einem seltsamen Film wie „Mortal Kombat 2“ führt, bei dem man sich kaum vorstellen kann, dass er Menschen anspricht, die jünger als 45 oder vielleicht 40 sind.

In den 90er Jahren hatte Paul W.S. Anderson eine erste Adaption der erfolgreichen Prügelspiele gedreht, vor fünf Jahren folgte ein Reboot, der mit teilweise neuen Figuren aufwartete. Die nun ins Kino kommende Fortsetzung setzt die damalige Geschichte nahtlos fort, bedient sich aber auch mancher aus den Spielen und dem 90er Jahre Film bekannter Charaktere, ist also in gewisser Weise gleichermaßen Fortsetzung und Remake.

All das ist jedoch eigentlich egal, denn wie alle Spiele und Filme aus dem Mortal Kombat-Kosmos geht es auch hier in erster und auch in zweiter und ehrlicherweise auch in dritter Hinsicht um derbe Prügeleien zwischen Vertretern der Guten und der Bösen.

Wie immer steht ein Turnier zwischen Vertretern der Erde, hier Earthrealm genannt, und der Outerrealm an, angeführt vom arg finsteren Lord Raiden. Dem gelingt es anfangs mit Hilfe eines magischen Amuletts unverwundbar zu werden, was für die anstehenden Kämpfe absehbarerweise nichts Gutes verheißt. Nicht zuletzt deswegen, da die Erde diesmal Johnny Cage (Karl Urban) rekrutiert hat, einen abgehalfterten Schauspieler, der bei Comic Con ähnlichen Events seinen Merch zu verkaufen sucht und von vergangenem Ruhm träumt. Mit seinen hochtoupierten, blondierten Haaren, der Lederjacke und der Ray Ban-Sonnenbrille wirkt Johnny Cage wie einer jener typischen B-Film-Actionhelden, die Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre ihre letzte große Zeit erlebten, mit mehr oder weniger coolen Sprüchen Gegner in Dutzendware erledigten und im Fall von Johnny Cage in Filmen mit schönen Titeln wie „Caged In“ oder – noch schöner „Citizen Cage“ auftraten.

Vor seiner Filmkarriere war Cage einst Karatechampion, was es ein klein wenig glaubwürdiger macht, dass er auch im Kampf gegen finstere Gestalten nicht ganz schlecht aussieht, auch wenn die richtig guten, harten Kämpfe den Nebendarstellern überlassen werden. Für die hat sich Regisseur Simon McQuoid optisch sehr schöne Sets ausgedacht, eine Pagodenanlage vor dem Hintergrund des endlosen Sternenhimmels etwa, oder eine Art mittelalterliche Stadt, in der sich asiatische mit gotischen Motiven verbinden, und inszeniert das, was Mortal Kombat ausmacht: Ausufernde Kampfszenen mit blutigen Kill.

Dass ist schön nihilistisch und lebt vor allem vom 90er Jahre Charme, als in Actionfilmen noch sinnbefreit drauflosgeprügelt werden durfte. In diesem Sinne erfüllt „Mortal Kombat 2“ exakt die Erwartungen, springt schnörkellos von Fight zu Fight, nimmt sich dabei nicht allzu ernst, gerade so wie man es aus guten Actionfilmen der 90er Jahre gewohnt war. Als Spätgeborener mag sich allerdings eine gewisse Ratlosigkeit einstellen, ob all der Anspielungen an 90er Jahre-Kultur, aber die kann dann ja vielleicht der Papa erläutern, so lange er nicht zu verklärt von der guten, alten Zeit schwärmt.

Mortal Kombat 2 • USA 2026 • Regie: Simon McQuoid • Darsteller: Karl Urban, Adeline Rudolph, Josh Lawson • im Kino

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