11. Januar 2026

„Greenland 2“ – Das Ende der Welt geht weiter

Eine launige postapokalyptische Dystopie

Lesezeit: 2 min.

Vor einigen Jahren überraschte der postapokalyptische Actionfilm „Greenland 2“ an den Kinokassen, vor allem aber auch inhaltlich. Denn das Drama um den drohenden Einschlag eines Kometen überzeugte weniger durch aufwändige Spezialeffekte, als durch eine Geschichte, in der ein Vater um den Zusammenhalt seiner Familie kämpfte. Am Ende hatte es die neu zueinander gefundene Kleinfamilie in den rettenden Bunker nach Grönland geschafft, womit der Titel des Films zumindest ganz am Ende gerechtfertigt wurde.

Angesichts des Erfolges war eine Fortsetzung wohl unvermeidlich, die den schlichten Titel „Greenland 2“ trägt, korrekterweise allerdings eher „Greenland: Côte d’Azur“ tragen sollte. Denn so wie beim Original das titelgebende Eiland nur Traumziel der vor der Katastrophe fliehenden Familie war, wird in der Fortsetzung die Insel im Norden der Erdkugel schon nach wenigen Minuten verlassen: Mit dem Ziel Südfrankreich.

Dort soll es wieder Leben geben, behauptet zumindest eine Wissenschaftlerin. So wie einst nach der Kambrischen Explosion Leben in vorher nicht gekannter Vielfalt entstand, scheint sich nun im Süden Frankreich, wo der Komet Clarke einschlug, ein Krater gebildet zu haben, in dessen inneren eine Art neues Paradies entstand. Praktisch, denn in den Bunkern der Thule Air Base auf Grönland, wird das Essen langsam knapp.

Hier leben auch die Helden des Ersten Teils, der Ingenieur John Garrity (Gerald Butler), seine Frau Allison (Morena Baccarin) und ihr inzwischen 15jähriger Sohn Nathan (Roman Griffin Davis). Während der sich in der Schule langweilt und John mit einem dicken Schutzanzug bekleidet über die postapokalyptische Landschaft wandert und nach Nützlichem sucht, diskutiert Allison mit anderen Vertretern des Führungsstabes, wie es weitergehen soll. Bevor die Gemeinschaft jedoch zu einer Entscheidung über die Zukunft kommen kann, beenden neue Kometeneinschläge das Leben im Bunker. Dankenswerterweise liegen einige Rettungsboote am Ufer, bald ist das englische Festland erreicht und so beginnt die Reise in den – vielleicht – rettenden Süden.

In kurzen Episoden bewegt sich nun die Handlung gen Süden, anfangs hat Familie Garrity noch ein paar Begleiter, doch die sind kaum mehr als Kanonenfutter. Alle paar Kilometer begegnen ihnen bemerkenswert hilfsbereite Menschen, die erstaunlicherweise auch nach Jahren des Lebens in der Postapokalypse noch funktionierende Autos mit vollem Tank in der Garage stehen haben und auch ausreichend Wein im Keller, um beim entspannten Essen die Sorgen für ein paar Minuten vergessen zu können.

Innere Logik darf man in „Greenland 2“ nicht erwarten, Dinge passieren, weil sie passieren müssen, wenn die Handlung weitergehen soll, auch die Landschaften von Grönland, über die britischen Inseln bis zum Süden Frankreich, wirken erstaunlich gleichförmig, kein Wunder, wurden sie doch allesamt auf Island gedreht. Die Qualität des ersten Teils erreicht die Fortsetzung nicht, aber dennoch: Es entbehrt nicht eines erheblichen Unterhaltungswerts zuzusehen, wie das Raubein Gerald Butler mit seiner Familie eine heikle Situation nach der anderen bewältigt, um sie ins rettende Paradies zu führen.

Greenland 2 • USA 2025 • Regie: Ric Roman Waugh • Darsteller: Gerard Butler, Morena Baccarin, Roman Griffin Davis • Im Kino

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