11. Februar 2018 3 Likes 2

TV-Tipp - Montag 12. Februar

„Der gekaufte Tod“ auf Arte

Lesezeit: 2 min.

Es ist schon ziemlich beachtlich, was der französische Regisseur Bertrand Tavernier da 1980 nach dem bereits 1974 veröffentlichten Roman von D.G. Compton auf die Leinwand brachte. Denn in „Der gekaufte Tod“ geht es um eine nahe Zukunft, in der Krankheit und Tod fast völlig aus dem Leben der Menschen verschwunden sind und das Sterben selbst zu einer Medienattraktion geworden ist. In der Show „Death Watch“ werden Sterbende ausgestellt – und wer nicht will, wird einfach via versteckte Kamera zum Teil der Sendung. Denn der „Journalist“ Roddy (Harvey Keitel) hat eine Kamera im Auge und schleicht sich ins Leben der unheilbar kranken Katherine (Romy Schneider), die sich der Show entziehen will. Ohne ihr Wissen filmt er ihre letzten Wochen…

Der Brite Compton hatte zwischen 1965 und 1997 eine ganze Reihe ungewöhnlich hellsichtige SF-Romanen geschrieben (u.a. Das elektrische Krokodil, Synthetische Freuden oder Die übliche Verrücktheit), die leider nie den verdienten Erfolg hatten, von denen hierzulande damals aber dank Bastei und Heyne viele verlegt wurden. Auch die Verfilmung von „The Continuous Katherine Mortenhoe“ (dt. „Schlaflose Augen“ und später unter dem Filmtitel) hat am Misserfolg des Schriftstellers nichts geändert – und man fragt sich schon, was da bloß schiefgelaufen ist.

Denn das Maß an Weitblick, das Roman und Film auszeichnet, ist beinahe beängstigend. Auch den Film wollte 1980 kaum einer sehen, zu bizarr und hirnverbrannt muss den damaligen Zuschauern das Szenario vorgekommen sein. Heute sieht das alles ganz anders aus und „Death Watch“ scheint nur Minuten von der Realität entfernt zu sein.

Arte zeigt „Der gekaufte Tod“ am Montag, den 12. Februar, um 22:20 Uhr. Außerdem ist er vom 12.02.2018 bis zum 19.02.2018 in der Mediathek zu sehen. Neben Schneider und Keitel sind auch Harry Dean Stanton, Max von Sydow, Vadim Glowna und Bernhard Wicki dabei.

(Und direkt vor „Der gekaufte Tod“ läuft um 20:15 Uhr Taverniers meisterhafte Jim Thompson-Adaption „Der Saustall“ – wer den nicht kennt: Ansehen!)

Kommentare

Bild des Benutzers Time Tunnel

Vorsicht, geschnittene Fassung: das ist offenbar eine deutlich gekürzte Version, denn sie ist nur knapp 114 Minuten lang, während der Film eigentlich knapp 130 Minuten ist. Bei Arte Frankreich ist die gezeigt Version immerhin 124 Minuten lang.

Bild des Benutzers Bernd Kronsbein

Stimmt, die dt. Fassung ist gut 11 Minuten kürzer. Da hat man seinerzeit wohl ein paar „Längen“ entfernt, die jetzt in der Synchro fehlen. Schade, dass Arte die Szenen nicht mit Untertiteln eingefügt hat -- machen sie doch sonst auch. (Die 130 Minuten, die die IMBD angibt, würde ich aber nicht ernst nehmen.)

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