6. Mai 2015 1 Likes 1

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Musikerkennungs-Software sagt dir, was dir gefällt

Lesezeit: 2 min.

Geht es um Musik, ist es unmöglich, nicht irgendwann von dem enormen Wandlungspotenzial zu sprechen, das dieser Kunstform innewohnt. Musik entwickelt sich konstant weiter, nicht nur was Genre-Diversität betrifft, sondern gleichfalls in Bezug auf ihre Produktions- und Distributionsart. Die Musikindustrie kann ein Lied davon singen, hat sie diesen Fakt doch zu lange ignoriert und sich damit letztlich selbst gegen die Wand gefahren, als sie das Internet und dessen Möglichkeiten nicht beachtet hat.

Für viele, wenn nicht für die meisten, ist das Internet mittlerweile Bezugsquelle Nummer Eins, wenn es um den Konsum von Musik geht. Internetradios,Youtube, Spotify und wie sie alle heißen, mal ganz abgesehen von den zahlreichen legalen und illegalen Download-Diensten, bieten einen derart vielschichtigen Zugang zu Musik, und sei sie noch so obskur, dass einem Sehen und Hören vergehen kann. Doch auch hier schläft die Entwicklung nicht und das Musikportal Spotify zeigt, wo die Reise hingehen könnte.

Spotify arbeitet zur Zeit an einem Programm, welches es dem Nutzer ermöglichen soll, schnell und einfach auf Musik zuzugreifen, die er nicht kennt, die jedoch seinem Geschmack enstpricht. Besagtes Programm soll verschiedene Songs und ihre Eigenschaften erkennen - also ob sie fröhlich sind, traurig, energiegeladen, etc. - und dann in der Lage sein, die Lieder anderer Künstler als ähnlich zu erkennen und seinem Benutzer vorzuschlagen. Zwar handelt es sich dabei in der Regel um subjektive Kriterien, trotzdem sollen sie vom Programm allein anhand akustischer Elemente erkannt werden. Das bedeutet, dass nicht der Kontext eines Songs entscheidend sein wird - also wie populär er sein mag, von welchem Künstler er ist, oder ob dieser Künstler angesagt ist (Kriterien also, nach denen Musiksuche im Moment funktioniert) - sondern lediglich der Song an sich.

Dies bietet natürlich die Möglichkeit, Musiker zu entdecken, die ansonsten in der riesigen Masse an Künstlern ungehört bleiben würden. Ergo würde in Zukunft nicht mehr die Vermarktung und Popularität des Musikers, sondern allein sein Sound (und wohl seine Diversität) zum Kriterium werden, ob seine Songs oft gehört werden oder nicht. Hoffentlich schläft die Musikindustrie hier nicht wieder, denn falls sich Spotifys Idee durchsetzt, könnten sich Konsumverhalten und damit auch die Musikindustrie als solche abermals grundlegend ändern.

Kommentare

Bild des Benutzers Time Tunnel

Naja, sicherlich ganz nett, aber was solche Empfehlungssoftware wahrscheinlich nicht kann ist, mir Bands zu empfehlen, die eben NICHT zu dem Geschmacksmuster passen, das die Software aus meinen bisherigen Hörgewohnheiten ermittelt hat. Sie wird mir nur das empfehlen können, was ich schon "kenne" (stilistisch gesehen). Das ist natürlich auch ok, aber wer nicht im eigenen Musikgeschmack braten sondern ihn weiter entwickeln will (so wie ich), wer wirklich NEUES entdecken will, der wird weiterhin gut beraten sein, sich an echte Menschen mit einem guten Musikgeschmack zu halten (z.B. bestimmte Radiomoderatoren).

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