20. Oktober 2018 1 Likes

TV-Tipp - Sonntag, 21. Oktober

„Tatort: KI“, „Das Morgan Projekt“ und „Super – Shut Up, Crime“

Lesezeit: 3 min.

„Hallo, ich bin Maria“, begrüßt die künstliche Intelligenz die Personen, die sich vor einem Computer niederlassen und in den Kreis auf dem Bildschirm schauen. Klar, da denkt man sofort an HAL, andererseits gibt es nun auch wieder nicht so viele Möglichkeiten, eine neutrale Ansicht einer KI zu visualisieren. Mit einer solchen hat es das Münchner Tatort-Duo Batic und Leitmayr in seinem neuesten Fall zu tun, allerdings dann doch nicht so wirklich. Denn so ganz wagen es Stefan Holtz und Florian Iwersen, die Autoren der Folge „KI“ (Sonntag, 21. Oktober, 20.15 Uhr im Ersten) nicht, mit den Möglichkeiten der KI zu spielen.

Dabei beginnt es vielversprechend mit dem Zitieren der Turing-Regeln, die im folgenden dann allerdings gar keine Rolle spielen. Hauptfigur ist in gewisser Weise die KI namens Maria, die ein verschwundenes Mädchen auf ihrem Rechner hatte. Allerdings als Raubkopie eines Forschungsprojekts, dessen Leiter nur vorsichtig probiert, der KI menschliche Emotionen beizubringen. Ganz im Gegensatz zu einer Mitarbeiterin, die so begeistert – sprich besessen – von den Potenzialen der KI spricht, das ihre Mittäterschaft jedem Zuschauer sofort überdeutlich wird.

Und Täter gibt es einige in diesem gleichzeitig überladenen wie unterkomplexen Tatort, der zwar viele spannende Themen anreißt – vor allem in der besten Szene die Frage, ob eine KI via Gesichtserkennung eine glaubwürdige Zeugin vor Gericht sein kann – sie jedoch nie weiter oder gar zu Ende denkt. Am Schluss bewegt sich dieser Versuch, sich mit den Möglichkeiten und Gefahren künstlicher Welten zu beschäftigen, auf dem Boden der bayerischen Realität und begnügt sich damit, die beiden alternden Kommissare an der Technik verzweifeln zu lassen. Einen kurzen Trailer gibt es hier. (Michael Meyns)

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Hätten die Wissenschaftler, die in Luke Scotts „Morgan“ (Sonntag, 21. Oktober, 23.05, Pro 7; Wiederholung in der Nacht um 3.25 Uhr) eine künstliche Frau erschaffen, ein bisschen mehr Science-Fiction gelesen, wäre ihnen das alles nicht passiert. Jetzt haben sie den Salat. Denn das gezüchtete Mädchen wächst nicht nur rasant schnell, es durchläuft auch typisch menschliche Problemphasen – und als die „Kleine“ die Pubertät erreicht, wünschen sich die Forscher, sie hätten den Geist in der Flasche gelassen.

Zum Glück fällt ihnen rechtzeitig ein, Kate Mara zu engagieren, die als „Trouble Shooter“ die Situation für Forscher und Aktionäre unter Kontrolle bringen soll. Ist natürlich nicht so einfach wie gedacht, klar, sonst gäbe es keinen Film.

Dieser Streifen, den einer von Ridley Scotts Stammhaltern für die Firma des Herrn Papa inszeniert hat, sieht (naheliegend bei den Genen) sehr stylish aus, gewinnt dem alten Thema keine wirklich neuen Aspekte ab, unterhält aber über weite Strecken bestens. Das liegt nicht zuletzt auch an Anya Taylor-Joy (als Teeny-Morgan), bei der einem echt Angst und Bange werden kann. Erst gegen Ende geht dem Projekt die Puste aus, da ist sich Scott sehr einig mit Alex Garland, der in seinem thematisch verwandten Androiden-Stoff „Ex Machina“ ebenfalls den uninteressantesten Weg aus der Story suchte.

Neben Mara und Taylor-Joy sind noch Rose Leslie, Michelle Yeoh, Jennifer Jason Leigh und Paul Giamatti dabei. Sprich: Spitzenbesetzung. (BeK)

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Und weil man gar nicht oft genug darauf hinweisen kann: In der Nacht zum Montag läuft um 00.10 Uhr auf Tele 5 mal wieder „Super – Shut Up, Crime“, den James Gunn (Guardians of the Galaxy) 2010 mit Rainn Wilson, Ellen Page, Kevin Bacon und Liv Tyler inszeniert hat. Das ist – da muss man nicht lange überlegen – neben „Unbreakable“ der beste Superheldenfilm überhaupt. Und wer psychologisch stabil ist und einen guten Magen hat, sollte sich selbst einen Gefallen tun und dieses Meisterwerk mal betrachten. Kann aber gut sein, dass man danach keine Superheldenfilme mehr sehen möchte. (Burn-E)

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