1. August 2026

„Spider-Man: Brand New Day“ – Brandneu? Ein bisschen …

In Tom Hollands viertem Auftritt mutiert Spider-Man zum X-Men-Prequel

Lesezeit: 3 min.

Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Tom Holland zum ersten Mal als Spider-Man auftrat, damals noch nicht in einem eigenen, sondern im Marvel-Film „Captain America: Civil War.“ Drei eigene Spider-Man-Filme folgten, in denen mal dieser, mal jene Figur aus dem Marvel-Kosmos auftauchte, getreu der Maxime von Marvel-Mastermind Keven Feige folgend, jeden Film zumindest lose mit dem großen Ganzen zu verbinden.

Dementsprechend funktioniert nun auch der insgesamt vierte Tom Holland-Spider-Man Film mit dem Titel „Brand New Day“ einerseits als Beginn einer neuen Spider-Man-Trilogie, soll gleichzeitig jedoch auch Bindeglied sein, denn im Dezember setzt Marvel zum neuen, großen Wurf an und plant in „Avengers: Doomsday“ so ungefähr jede bekannte Figur auftreten zu lassen, die sich in den letzten Jahren dem Marvel-Kosmos angenähert hat. Lustigerweise befindet sich Tom Holland nicht offiziell unter den für den Mega-Film bestätigten Schauspielern, aber wir werden sehen.

In seinem neuen Abenteuer – wobei wir den Begriff „neu“ eher großzügig verwenden – kämpfen Spider-Man und sein Alter Ego Peter Parker in gewisser Weise in erster Linie gegen sich selbst – und das Vergessen. Erinnern wir uns: Am Ende von „Spider Man: No Way Home“ bat Spider-Man Dr. Strange, mit einem Zauberspruch dafür zu sorgen, dass die Welt Peter Parker vergisst, was vor allem auch bedeutete, dass seine große Liebe MJ (Zendaya) und sein bester Freund Ned (Jacob Batalon) keine Erinnerung mehr daran haben, wer sich hinter der Maske von Spider-Man verbirgt.

In diesem Zustand, ganz allein auf einem Dachboden lebend, hat sich Spider-Man eingerichtet, hat in New York für Ordnung gesorgt, hadert jedoch zunehmend mit seinem Schicksal. Zeitgleich versucht eine unbekannte Person mit telepathischen Fähigkeiten in die streng gesicherten Gebäude einer scheinbar für das Gute aktiven Organisation einzubrechen. Diese Person sucht aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen den Kontakt zu Spider-Man, wodurch dieser gezwungen wird, MJ und Ned zu beschützen, weswegen er Hilfe beim Punisher Frank Castle (Jon Bernthal) sucht, der aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen im Spider-Man-Kosmos auftaucht, vielleicht waren die bekannteren Marvel-Schauspieler gerade mit den Avengers-Dreharbeiten beschäftigt, wer weiß.

Nach sehr langem, trägen Beginn kommt es so zu einigen durchaus schönen Szenen zwischen Spider-Man und MJ, die sich zwar noch nicht wirklich an ihre alte Flamme erinnern kann, aber das wird schon, immerhin ist das ja erst der erste Teil der Trilogie.

Vor allem aber ein kaum verhohlener Auftakt der Verflechtung der Marvel und X-Men-Welten, wie eingefleischte Fans schon lange geahnt haben, spätestens als im Trailer „Stranger Things“-Alumni Sadie Sink auftauchte, die ja schon in der Netflix-Serie mit Gedankenkontrolle zu tun hatte. Mehr soll nun nicht verraten werden, auch wenn Marvel und besonders X-Men-Kenner allein auf Grund dieser kleinen Hinweise fraglos wissen, bei wem es sich bei der unbekannten Person mit telepathischen Fähigkeiten handelt. Und weiß man das, dann ahnt man auch, dass diese Person kein Antagonist ist, womit eines der Hauptprobleme des Films benannt ist. Vor allem zeigt sich einmal mehr das Problem eines gigantischen, ausufernden filmischen Kosmos, in dem kaum noch ein Film für sich steht. Einfach nur eine runde, abgeschlossene, gerne auch nur 100 Minuten lange Story zu erzählen, reicht nicht mehr aus, statt dessen soll und muss das große Ganze bedient werden. Das tut „Spider-Man: Brand New Day“ auch leidlich gut, wirkt dabei aber dennoch kaum mehr als eine Variation von inzwischen allzu bekannten Spider-Man-Erzählmustern.

Spider-Man: Brand New Day • USA 2026 • Regie: Destin Daniel Cretton • Darsteller: Tom Holland, Zendaya, Jacob Batalon • im Kino • Abb. Sony Pictures Germany

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