Fünf poetische Postapokalypsen
Wenn ihr euch auf Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“-Verfilmung freut, sind diese fünf Postapokalypsen genau das richtige für euch
Die Erwartungen an Ridley Scotts nächsten Film sind hoch gesteckt. Wird der Meister des Science-Fiction-Blockbusters und Schöpfer von Meilensteinen wie Blade Runner und Alien nun mit Das Ende der Sterne auch dem Postapokalypse-Film neues Leben einhauchen?
Dafür hat er sich Peter Hellers Roman als Vorlage genommen, der damals unter dem Titel „Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte“ erschienen war und nun von Heyne als Taschenbuch unter dem Filmtitel wiederveröffentlicht wird (im Shop).
Für alle, die bis dahin schon einmal einen Blick in literarische Zukunftsentwürfe nach dem Weltuntergang werfen und in eine poetische Postapokalypse-Stimmung kommen wollen, haben wir hier fünf Buchempfehlungen, die auf keinem Nachttisch fehlen sollten.
Diese fünf Bücher erzählen den Weltuntergang ganz anders, nämlich als …
… ein Ausbruch aus einer allmächtigen Techniksimulation:
Marion Herzog: Algorytmica
Wir schreiben das 24. Jahrhundert: Nach einer globalen Katastrophe haben sich die Überlebenden in riesige unterirdische Bunkeranlagen, sogenannte Archen, zurückgezogen. Dank hochmoderner Technologie und fähiger Programmierer sind die Arche-Bewohner vierundzwanzig Stunden am Tag in virtuelle Welten eingeloggt und können so vergessen, dass sie tief unter der Erdoberfläche in winzigen Zellen an lebenserhaltende Systeme angeschlossen sind. Dann kommt es eines Tages zu einem Black-out, die Systeme fallen aus und es wird klar, wie verletzlich die unterirdische Gesellschaft eigentlich ist. Die Informatikstudentin Kaja wittert eine Verschwörung, aber niemand nimmt sie ernst. Sie erhält jedoch Unterstützung von unerwarteter Seite: Liam Turner ist ein brillanter Kopf, der Verbindungen ins Darknet hat, und er glaubt Kaja. Und tatsächlich kommen die beiden einem gewaltigen Komplott auf die Spur …
… eine eindringliche Suche nach dem, was uns Menschen menschlich macht:
George Stewart: Earth Abides – Leben ohne Ende
Ein rätselhaftes Virus greift um sich wie ein Steppenbrand und fordert weltweit Milliarden Todesopfer. Die Ordnung bricht zusammen, es gibt keine Regierungen, keine Kommunikation, keine Infrastruktur mehr. Nur ein Prozent der Weltbevölkerung überlebt die verheerende Seuche. Die Zivilisation wird ausgelöscht. Die Überlebenden, darunter der junge Student Isherwood Williams, müssen neue Wege des menschlichen Zusammenlebens suchen …
Der große Science-Fiction-Klassiker aus dem Jahr 1949 wurde mit Alexander Ludwig (»Vikings«) in der Hauptrolle als TV-Serie verfilmt.
… eine Weiterentwicklung der Menschheit mithilfe einer außerirdischen Spezies:
Octavia E. Butler: Xenogenesis
Die ferne Zukunft. Ein Atomkrieg hat die Erde fast vollständig zerstört. Nur einige wenige Menschen wurden von den Oankali, einer geheimnisvollen außerirdischen Spezies, gerettet. Jetzt sollen sie auf ihren Heimatplaneten zurückkehren. Aber die Hilfe der Oankali hat ihren Preis …
Das einzigartige Science-Fiction-Meisterwerk von der Autorin von DIE PARABEL VOM SÄMANN
»Xenogenesis« beinhaltet die drei Romane »Dämmerung«, »Rituale« und »Imago«.
… eine bunte Satire auf die Lust am Weltuntergang:
Kurt Vonnegut: Galapagos
Vor einer Million Jahre – 1986, um genau zu sein – ist die Welt, wie wir sie kennen, dem Untergang geweiht. Erst brechen die Finanzmärkte der Erde zusammen, dann das Klima und schließlich sorgt eine Pandemie dafür, dass alle Frauen unfruchtbar werden. Alle bis auf diejenigen, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes Bahia de Darwin auf dem Weg zu den Galapagos-Inseln befinden. Plötzlich sind die Passagiere die letzte Hoffnung der Menschheit. Doch damit die Menschen als Spezies überleben können, muss sie die Evolution von dem befreien, was sie beinahe in den Untergang geführt hätte: ihren übergroßen Gehirnen.
… eine hoch aktuelle Auseinandersetzung mit den Folgen globaler Pandemien:
Katie M. Flynn: Companions – Der letzte Morgen
Kalifornien in der nahen Zukunft: Aufgrund einer fatalen Epidemie steht der US-Bundesstaat unter Quarantäne. Niemand darf raus, die sozialen Kontakte beschränken sich auf Social Media und E-Mails. Dann gelingt der Firma Metis Corporation ein genialer Coup – das Bewusstsein Verstorbener wird in Roboter hochgeladen, und diese »Companions« leisten den eingesperrten Menschen völlig risikofrei Gesellschaft. So weit, so gut. Die Realität sieht anders aus: Die meisten Companions erwartet kein sorgenfreies Leben, sondern sie werden wie Sklaven in den Häusern der Reichen gehalten. Eine von ihnen ist Lilac, die als junges Mädchen ermordet und gegen ihren Willen zur Companion wurde. Als Lilac eines Tages die Flucht gelingt, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Mörder. Eine ebenso abenteuerliche wie faszinierende Reise durch das Amerika der Zukunft beginnt …
Aber wie R.E.M. sangen bereits? „It’s the end of the world as we know it, and I feel fine!“
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