1. April 2019

Raumrüpel

Fünf Schmuggler, Schurken und Piraten, die den Kessel-Run in weniger als 12 Parsecs schaffen

Lesezeit: 4 min.

Was wäre eine Weltraumoper ohne einen richtig schönen Schurken mit weichem Herz im Zentrum der Geschehnisse? Ob Piratin oder Schmuggler, ob Kleinkrimineller oder Waffenschieberin, die bösen Jungs und Mädels erfreuen sich nicht erst seit „Star Wars“ größte Beliebtheit. Die Neuste in diesem illustren Reigen ist Orry aus Dominic Dulleys „Shattermoon“ (im ShopLeseprobe), die mit gerade einmal Anfang zwanzig schon auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken kann. Hier sind fünf Vorbilder für Orry, die ihr im weiteren Verlauf ihrer Karriere sicherlich den ein oder anderen Trick beibringen könnten:

 

1. Han Solo („Star Wars“)

Dass einige der Romane um unseren liebsten „Eigentlich ist es gar nicht so übel“-Weltraumschurken nicht mehr offiziell Kanon sind, macht sie nicht weniger spannend, und wer mehr über Han. Chewbacca und den Millennium Falcon erfahren will, kommt an „Han Solos Abenteuer“ (im Shop) nicht vorbei. Die drei Romane entstanden über zwanzig Jahre, bevor wir von „Solo – A Star Wars Story“ auch nur träumen durften, und Autor Brian Daley legte damit den Prequel-Grundstein für Hans Abenteuer, ehe er in dieser Bar in Mos Eisley einen gewissen Jedimeister und diesen Farmer-Jungen namens Luke kennenlernte. Daley fängt die Stimmen dieser beliebten Figuren (und ihren beiden Droiden, BLX-5 und Blue Max, so wunderbar ein, dass „Han Solos Abenteuer“ selbst heute, wo wir uns vor Star-Wars-Prequels nicht mehr retten können, noch ausgezeichnet unterhalten.

Brian Daley: Star Wars: Hans Solos Abenteuer • Drei Romane in einem Band • Aus dem Amerikanischen von Heinz Nagel, Tony Westermayr und Heinz Zwack • blanvalet, München 2012 • -Book • € 7,99 • im Shop

 

2. Hail Bristol („Der Indrana Krieg“-Reihe)

Sie ist die Tochter, die Han Solo und General Organa nie hatten: Hail Bristol, die Heldin als K. B. Wagers Indrana-Krieg-Reihe (im Shop). Sie ist tough, mutig und mit allen Wassern gewaschen, schließlich arbeitet sie bereits seit zwanzig Jahren als Schmugglerin (sie gerät also eher nach Han denn nach Leia). Doch sie hat auch ein finsteres Geheimnis, das ihre Kollegen eigentlich nie erfahren sollten: Sie ist die Prinzessin des Sternenimperiums Indrana, und als das kurz vor einem Krieg steht, wird Hail an den Hof zurückgerufen. Und muss feststellen: man bekommt vielleicht die Prinzessin aus der Waffenschmugglerin heraus, aber niemals die Waffenschmugglerin aus der Prinzessin! K. B. Wagers ist obendrein nicht nur Autorin, sondern auch Kung-Fu-Kämpferin, sodass in ihrer Romanreihe trotz aller Intrigen die Action keinesfalls zu kurz kommt.

K. B. Wagers: Thronräuber. Der Indrana-Krieg, Band 1 • Roman • Aus dem Amerikanischen von Kristof Kurz • Wilhelm Heyne Verlag, München 2017 • Taschenbuch • 480 Seiten • € 9,99 • im Shop

 

3. Jaqi („Starfire“-Serie)

Eine der coolsten, wenn auch nicht unbedingt erfolgreichsten Schmugglerinnen der Galaxis ist Jaqi aus Spencer Ellsworths „Starfire“-Reihe (im Shop). Sie ist eine Hybride und hat neben menschlicher DNS auch die von Joriern, einer Alien-Spezies. Hybride wie sie wurden lange für ganz bestimmte Zwecke gezüchtet und galten als niedere Lebewesen, bis der Kampf-Hybride John Starfire die Truppen unter sein Kommando brachte und das Imperium der Menschen zerschlagen hat. Jaqi könnte jetzt ihren Job als Schmugglerin an den Nagel hängen und sich einen richtigen Job suchen, wären da nicht diese drei Kinder, über die sie in einem gottverlassenen Habitat am Rande der Wilden Welten gestolpert ist. Sie sind im Besitz von Informationen, für die John Starfire über Leichen gehen würde. Als die ersten Attentäter auftauchen, kann Jaqi einfach nicht anders: Sie rettet die drei Kinder – und katapultiert sich so mitten hinein in eine galaktische Intrige …

Spencer Ellsworth: Starfire – Imperium. Band 1 der Starfire-Saga • Roman • Aus dem Amerikanischen von Martin Gilbert • Wilhelm Heyne Verlag, München 2018 • Taschenbuch • 300 Seiten • € 9,99 • im Shop

 

4. Amos Burton („The Expanse“)

Der eigentliche Held in James Coreys „The Expanse“-Reihe (im Shop) ist bekanntlich Jim Holden, doch der ist viel wenig Schurke, um es auf diese Liste zu schaffen. Weil aber selbst der beste Mensch im Sonnensystem hin und wieder jemanden braucht, der sich nicht davon scheut, sich die Hände schmutzig zu machen, greift er gerne auf seinen Mechaniker Amos Burton zurück, wenn es brenzlig wird. Der kommt ursprünglich aus Baltimore, ist zwischen Nachtclubs und Straßenschlägern aufgewachsen, und kann es selbst in der Schwerelosigkeit mit jedem Gegner aufnehmen. Dabei offenbart er hin und wieder sein großes, weiches Herz, wenn er Väter und Töchter beschützt, einer verrückten Mörderin hilft oder alles stehen- und liegen lässt, um die Crew der Rocinante zu helfen – auch wenn das bedeutet, etwas sehr, sehr Illegales zu tun …

James Corey: Leviathan erwacht. The Expanse, Band 1 • Roman • Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski • Wilhelm Heyne Verlag, München 2017 • Taschenbuch • 672 Seiten • € 9,99 • im Shop

 

5. Haviland Tuf („Planetenwanderer“)

So charmant wie Han Solo, so listenreich wie Lando Calrissian, aber leider so gutaussehend wie Jabba the Hutt: Das ist Haviland Tuf. Der Planetenbummler kommt, mehr durch Zufall denn durch Geschick, in den Besitz eines Saatschiffes; ein gigantisches Raumschiff mit einer noch viel gigantischeren Gen-Datenbank, das ursprünglich dazu gedacht war, ganze Planeten mit einem bewohnbaren Ökosystem auszustatten. Weil sich das aber kein Mensch leisten kann, verlegt der Händler sich auf kleinere Deals: den Planeten Namor von Seeungeheuern befreien, besonders blutrünstige Monster für die Kampfarenen von Lyronica züchten oder die Hungersnot auf S’uthlam in den Griff zu kriegen. Doch weil Haviland Tuf so eigensinnig sein kann wie die Katzen, die er mit Hilfe des Saatschiffes geklont hat, sein kann, gehen diese Aufträge nicht immer so aus, wie seine Auftraggeber sich das vorgestellt haben …

George R. R. Martin: Planetenwanderer • Episodenroman • aus dem Amerikanischen von Berit Neumann • Wilhelm Heyne Verlag, München 2016 • Taschenbuch • 512 Seiten • € 9,99 • im Shop

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