29. März 2026

Spaßiges fürs Osternest

Spaßiges fürs Osternest Neue Geschichten von Bluey, Ho und Josephine Mark

Lesezeit: 4 min.

Ostereier suchen, Schokohasen mümmeln, Zeit mit der Familie verbringen: Die anstehenden Feiertage stecken voller liebgewonnener Traditionen für die Jüngsten. Doch ab und an darf es etwas mehr sein. Wie wäre es mit Lektüre über Familie, Freundschaft – und einen Cold Case? Ein Bilderbuch und zwei Comics als Lesetipps.

 

Kleiner Hund, große Abenteuer

Kinderserien sind für Erwachsene manchmal nur eines: sehr, sehr anstrengend. Alles ist grell, laut, piepsig ‒ und mitunter auch arg hanebüchen. Doch in dem großen Angebot findet sich auch manche Perle. Fragt man Eltern, Großeltern und andere Familienangehörige nach sehenswerten Trickserien für die Jüngsten, fällt häufig ein Name: Bluey (im Shop). Die Heldin der gleichnamigen australischen TV-Serie ist eine anthropomorphisierte Hüttehündin, die mit offenen Augen und Witz durch die Welt geht – häufig mit der kleinen Schwester Bingo im Schlepptau. Bei all den Abenteuern, die die Geschwister erleben, bleibt auch genügend Raum, um den Familienalltag zu porträtieren und – ohne erhobenen Zeigefinger – die eine oder andere Erziehungsbotschaft zu senden. Die Popularität von „Bluey“ ist anhaltend hoch. Kein Wunder also, dass die kleine Hündin längst auch als Autorin tätig ist. Ende Februar ist hierzulande „Wo ist Bluey? an Ostern“ (im Shop) erschienen, ein klassisches Wimmelbuch, das die Kleinen dazu anregt, verschiedene Figuren und Gegenstände auf den üppig illustrierten Doppelseiten zu finden. Ein schöner Zeitvertreib, der sich im Anschluss mit der einen oder anderen Serienfolge auf Disney+ krönen lässt.

Bluey: Wo ist Bluey? an Ostern cbj Kinderbücher, München 2026 32 Seiten • Preis: € 11,99 • Empfohlen ab 3 Jahren • im Shop

 

Ungewöhnliche Freundschaft

Wenn zwei einsame Seelen aufeinandertreffen, entsteht meistens etwas Wunderbares. Hos „Die Reise des Mondbären“ ist da keine Ausnahme. Die Geschichte beginnt mit einer Krähe, die einen Schlafplatz sucht und beim weinenden Neumond fündig wird. Der entpuppt sich am nächsten Morgen als ausgewachsener Kragenbär. „Du bist ein Mondbär“, weiß die Krähe und freundet sich mit dem großen Tier an. Gemeinsam reisen die beiden über Berge und durch Täler bis hin zum Meer. Ist ihr Ziel zunächst, die Stadt der Krähe zu finden, ändert sich dieses auf ihrem Weg. Die gefiederte Lady möchte ihrem pelzigen Kumpel dabei helfen, die anderen Bären zu finden. Denn die sind verschwunden. Also setzt die kleine Krähe alles daran, ihren Seelenverwandten mit seinen Artgenoss:innen zu vereinen – koste es, was es wolle. „Die Reise des Mondbären“ ist eine berührende Geschichte über Einsamkeit, Freundschaft, Identität, ungeahnte Wünsche und unerfüllte Träume, an deren Ende gern eine Träne verdrückt werden darf. Autorin und Zeichnerin Ho hat in ihrer japanischen Heimat mit ihren Tiergeschichten bereits zahlreiche Fans gefunden. Ihr feiner Strich und ihre stets menschlichen, wenn auch nicht vermenschlichten Figuren dürften auch hierzulande die Herzen der Leser:innen im Sturm erobern. Ihr Deutschlanddebüt ist jedenfalls ein Kleinod, das auch Nicht-Manga-Fans begeistert ‒ und nebenbei Wissen über die selten gewordenen Kragenbären vermittelt.

Ho: Die Reise des Mondbären Aus dem Japanischen von Martin Gericke Carlsen Manga, Hamburg 2026 192 Seiten • Preis: € 14,00 • Empfohlen ab 8 Jahren

 

Leg’ dich nicht mit Rosa an

Stell dir vor, dein Mann stirbt und keinen interessiert es so wirklich. So ähnlich muss sich Rosa, die Heldin in Josephin Marks „Red“, seit mehreren Jahrzehnten gefühlt haben. Als der kleine dreibeinige, sprechende Straßenhund Friedwart Plüschmann an ihre Haustür klopft, scheint sich das Blatt zu wenden. Die feine Nase des Streuners wittert nämlich Blut am Hemd ihres verblichenen Ehemannes. Dabei sind sich Dorfpolizist und Doc doch einig: Robert „Red“ Mc Mill ist nach einer durchzechten Nacht im Schnee erfroren. Aber wie soll das gehen, wenn jemand aus Prinzip keinen Alkohol trinkt? Und wie kommt das Blut an Reds Kragen? Dreißig Jahre nach der Tat rollt Rosa mit Friedwarts Hilfe den Fall neu auf ‒ und stößt dabei auf mehr als eine überraschende Wendung. Nach dem preisgekrönten „Trip mit Tropf“, der schrulligen Hommage „Der Bärbeiß“ und dem schwarzhumorigen „Murr“ liefert Josephine Mark mit „Red“ ein geradezu gewichtiges Werk ab. Auf knapp 250 Seiten erzählt die Comiczeichnerin gewohnt humorvoll nicht nur, wie Rosa und Friedwart gemeinsam ermitteln. In Rückblicken erfahren die Leser:innen auch mehr über den Ehemann, der seiner Frau alle Wünsche erfüllen möchte, und eine Liebe, deren abruptes Ende ein tiefes Loch in Rosas Leben reißt. Ein großartiger Comic, der sich tief vor dem Krimi-Genre verneigt, dabei aber stets einzigartig bleibt. Einfach toll!

Josephine Mark: Red Kibitz Verlag, Hamburg 2026 248 Seiten • Preis: € 26,00 • Empfohlen ab 12 Jahren

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