27. Januar 2026

Sal Buscema (1936–2026)

Der große Spider-Man- und Hulk-Zeichner ist tot

Lesezeit: 2 min.

Wie heute bekannt wurde, ist der amerikanische Comic-Künstler Sal Buscema (eigentlich Silvio Buscema) am 23. Januar 2026, wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag, im Alter von 89 Jahren verstorben.

Der am 26. Januar 1936 geborene New Yorker begann bereits in den 1950ern damit, die Comic-Bleistiftzeichnungen seines älteren Bruders John zu tuschen, wenn eine von dessen Deadlines bei Marvel eng wurde. Sals eigene Zeichenkunst fand zunächst in Werbeagenturen, bei der Armee und in US-Ministerien Verwendung. Ende der 1960er fertigte der jüngere Buscema als Tuscher und Zeichner seine ersten offiziellen Comic-Seiten für Marvel an. Ab 1968 bebilderte er dann jedoch bereits die Flaggschiff-Serie „Avengers“.

Später illustrierte er fast zehn Jahre die Soloabenteuer von Hulk, geschrieben von u. a. Bill Mantlo. Doch Sal Buscema war auch ein großer Spider-Man-Künstler: Sein Spidey-Debüt war 1971 das Heft „Amazing Spider-Man“ 94, für das er die Zeichnungen von John Romita Sr. tuschte. Buscemas erste voll gezeichnete Netzschwinger-Story erschien 1974 in „Marvel Team-Up“ 20. Zwischen 1976 und 1996 zeichnete und tuschte Buscema schließlich über 120 US-Hefte der Serie „Peter Parker, The Spectacular Spider-Man“ bzw. später „Spectacular Spider-Man“, inklusive Kapiteln zu den berühmten 90er-Jahre-Events Maximum Carnage und Die Klonsaga.

Hinzu kommen lange Runs an „Captain America“, „Defenders“, „New Mutants“, „Thor“, „Sub-Mariner“ und „Nova“. Auch zeichnete Buscema im Verlauf seiner langen Karriere „Marvel Team-Up“, die Marvel-Graphic-Novel „The Pitt“, „Savage Sword of Conan“, „Dungeons & Dragons: Forgotten Realms“, „Rom: Spaceknight“, „Impulse“, „Birds of Prey: Manhunt“ und „Tarzan“. Obendrein tuschte er „Spider-Girl“, „Spider-Man Team-Up“, „Batman“ und „Conan der Barbar“. Zeichnen klassifizierte der Amerikaner übrigens immer als Arbeit, Inken als Vergnügen, und häufig tuschte er seine eigenen Bleistiftzeichnungen selbst. Dabei verband Buscema die klassischen Marvel-Tugenden stets mit modernem Storytelling.

Nicht zuletzt war er der Spider-Man-Zeichner meiner Comic-Anfänge, meiner Kindheit – seine Kunst trugt erheblich dazu dabei, das Feuer in mir zu entfachen, neben Zeichentrickserien auch gezeichnete Bildergeschichten zu mögen. Ich verbrachte viele Stunden damit, seine Spidey-Posen zeichnerisch zu kopieren. Bis heute ist er mein absoluter Lieblingskünstler, wenn es um den Netzschwinger geht. Das US-Heft „Spectacular Spider-Man“ 200 von ihm und Autor J. M. DeMatteis aus dem Jahr 1993 wird für mich immer der Wandkrabbler-Goldstandard sein – der prägende Spider-Man-Comic, der mir zeigte, wie intensiv, emotional und herzzerreißend Superhero-Geschichten sein können.

Während ich diese Zeilen hier tippe, blicke ich auf eine meiner von Sal Buscema signierten Ausgaben von „Spectacular“ 200, die einen Ehrenplatz in meiner Sammlung und meinem Arbeitszimmer hat. Erst vor ein paar Wochen habe ich außerdem ein langes Vorwort für die dt. Ausgabe des „Spectacular Spider-Man“-Sammelbands von Buscema, DeMatteis und Co. verfasst, der diesen Sommer bei Panini erscheinen wird. Es war natürlich schöner, als ich Sal Buscema in den Texten noch als lebende Legende bezeichnen konnte. Jetzt steht da fortan nur noch Legende – das allerdings unverrückbar. Danke für alles, Mr. Buscema.

Foto ganz oben: YouTube 

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