Nicolas Winding Refns „Maniac Cop“-Remake
2027 - jetzt aber wirklich
Es ist wahrlich kein üppiger Post, den der dänische Autor und Regisseur Nicolas Winding Refn (Drive, Her Private Hell) gerade auf Insta verbreitet hat, aber er dürfte für viel Herzbummern sorgen.
„Maniac Cop by NWR“ steht da, ergänzt um „2027“ und ein Sternchen. Laut „Deadline“ heißt das wohl, dass im Januar Drehbeginn für das seit gut zehn Jahren in der Pipeline feststeckende Projekt ist, das inzwischen von Mubi finanziert wird, und mit dem John Hyams wohl nichts mehr zu tun hat.
„In den Händen von Nicolas ist Maniac Cop kein Remake. Es ist eine Wiederauferstehung“, sagte Efe Cakarel, Gründer und CEO von Mubi, und NWR meint: „Im heutigen politischen und gesellschaftlichen Klima löst allein schon die Bildsprache von Maniac Cop eine unmittelbare, beunruhigende Reaktion aus. Ich hatte alles im Blick, während ich dieses Projekt im Schatten vorangetrieben und gewartet habe. Nun ist der Moment endlich gekommen. Die Zeit ist reif, eine radikal neue Vision zu enthüllen, in einer Zeit, in der es keinen Schutz und kein Sicherheitsnetz gibt, sondern nur Chaos …“
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Zuvor: Aber erstmal für Neueinsteiger: Beim 1988 veröffentlichten „Maniac Cop“ handelt es sich um ein wildes Horror-/Copthriller-Gemisch, das von Vollblut-Polizist Matt Cordell erzählt, der zu Lebzeiten aufgrund falscher Beweise ins Gefängnis gesteckt und dort von Mithäftlingen, die Cordell einst hinter Gittern gebracht hatte, ermordet wurde. Doch der Hüter des Gesetzes kehrt als eine Art Zombie-Cop wieder zurück – in der untoten Birne nur ein Gedanke „Rache!“.
Der Film von Regisseur William Lustig (Schöpfer des Slasher-Evergreens „Maniac“, 1980) war beim Kino-Einsatz ein Flop, mutierte aber in den Jahren darauf schnell zum Kult und das zu Recht: Der mit den Mitteln des Horrorfilms überspitzte Copthriller ist ein unheimliches atmosphärisches, dank Lustigs gewohnt finster-schmuddeliger New-York-Inszenierung, von dystopischen Schwingungen umwabertes, B-Movie-Highlight, das zudem mit einer erstklassigen Besetzung (Bruce Campbell, Tom Atkins, Richard Roundtree, Robert Z’Dar) und einem mit leicht gesellschaftskritischen Subtext und schwarzen Humor angereichten Drehbuch vom leider im März dieses Jahr verstorbenen Indie-King Larry Cohen aufwarten kann und 1990 eine fast noch bessere Fortsetzung erhielt, an die der dritte Teil 1993 leider nicht mehr so ganz anknüpfen konnte (sehenswert ist „Badge of Silence“ aber allemal).
Für eine Neubearbeitung von solch einem Stoff braucht’s natürlich auch die entsprechenden Köpfe und da kommt ein extravagenter Ausnahmekünstler wie Nicolas Winding Refn (Drive) gerade recht. Refn kündigte bereits 2012 ein Prequel an, aus dem Prequel wurde 2015 ein Remake, für das – ebenfalls perfekte Wahl – John Hyams, der Mann, dem wir die wunderbaren Sci-Fi-Knaller „Universal Soldier: Regeneration“ und „Universal Soldier: Day Of Reckoning“ zu verdanken haben, auf dem Regie-Stuhl Platz nehmen sollte. Weitere News ließen dann wieder lange Zeit auf sich warten …
Doch jetzt wurden offenbar Nägel mit Köpfen gemacht:
„Maniac Cop“ kommt als TV-Serie für HBO, es soll das erste Projekt von Refns neuem Studio byNRW Originals (ein Ableger der gleichnamigen Website) werden. John Hyams ist nach wie vor an Bord, Refn und Hyams wollen gemeinsam Regie sowie Produktion übernehmen.
Großes Bild ganz oben: „Maniac Cop“, 1988
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