23. September 2026

TV-Tipp: „Japan: Toyoko Kids“

ARTE Reportage

Lesezeit: 2 min.

Wenn man denkt: „Das gibt’s doch gar nicht, das ist Science-Fiction“, befindet man sich oft in Japan. Wie zum Beweis zeigt Arte gerade in der Mediathek die Reportage „Japan: Toyoko Kids von Arthur Rayssiguier und Pierre Chabert, die ein Phänomen vorstellt, dass sicher unter „grenzwertig“ fällt.

Wer darüber hinaus Einordnendes möchte, dem gibt der Sender die Reportage „Toyoka Kids“ auch noch mit etwas Rahmenprogramm, vor allem mit einem abschließenden Interview mit den beiden Journalisten.

Arte schreibt: „‚Toyoko Kids‘ nennen sie in Japan die jungen Leute im berüchtigtsten Viertel des Landes, dem Kabukichō in Tokio. Sie sind die Outcasts der japanischen Gesellschaft, ausgerissen von zuhause oder rausgeworfen, aus vielen Gründen. 300 Toyoko Kids zählten die Behörden offiziell, in Wirklichkeit aber sollen es Tausende sein, unsichtbar oder ignoriert.

Diese jungen Leute, viele von ihnen haben mit ihren Familien gebrochen, leben in den toten Winkeln einer der reichsten und sichersten Metropolen der Welt. Ihren Mitmenschen gelten sie als gefährlich, als kriminell oder mindestens als unmoralisch. Fürs nackte Überleben verkaufen manche ihren Körper, andere dealen mit allem Möglichen, viele irren nachts umher auf der Suche nach einem Schlafplatz. Eines ist ihnen allen gemeinsam: die Verzweiflung über das Scheitern und das sich ausgestoßen fühlen. Einige treibt die Einsamkeit in den Selbstmord, andere finden Trost, Mut, Freiheit und Lebensfreude in der fragilen Gemeinschaft der Toyoko Kids. Die Behörden wirken hilflos, viel mehr als einsperren oder wegsperren fällt ihnen nicht ein, auch die Eltern wissen in aller Regel nicht, wie sie reagieren sollen. Manche versuchen Kontakt zu halten, andere geben auf.  

Über Wochen begleiteten Arthur Rayssiguier und Pierre Chabert die Toyoko Kids, sie gewannen ihr Vertrauen und durften sie filmen, auch in sehr intimen Momenten. Die jungen Leute suchen trotz alledem ihren Platz in der Welt und eine Zukunft, auch wenn die japanische Gesellschaft sie ignoriert und lieber wegschaut.“

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