1. Juli 2016 1 Likes

Wie Fische auf dem Trockenen

Brian Herberts und Kevin J. Andersons Story „Das Flüstern der Meere Caladans“ beleuchtet den Wüstenplaneten aus einem anderen Winkel

Lesezeit: 2 min.

Wir schreiben das Jahr 10191 des imperialen Kalenders. Herzog Leto Atreides herrscht über Arrakis, den Wüstenplaneten. Doch die Harkonnen, unterstützt von der imperialen Eliteeinheit, den Sardaukar, greifen die Hauptstadt Arrakeen an, um den Herzog zu stürzen. Was mit seinem Sohn Paul und seiner Mätresse Lady Jessica nach der Invasion der Harkonnen geschieht, erzählt Frank Herberts Roman „Der Wüstenplanet“ (im Shop). Über die Schlacht um Arrakeen selbst erfahren wir jedoch nur wenig.

Diese Lücke schließen Brian Herbert und Kevin J. Anderson, die gemeinsam nicht nur eine ganze Reihe Pre- und Sequels zu Frank Herberts Meisterwerk geschrieben haben (im Shop), sondern auch einige Kurzgeschichten, die in „Träume vom Wüstenplaneten“ (im Shop) vorliegen. „Das Flüstern der Meere Caladans“ erzählt von einem Elitetrupp Atreides-Soldaten, die den Schildwall, eine hohe, natürlich entstandene Felswand, die Arrakeen vor der Wüste schützt, gegen die Invasoren verteidigen sollen. Der massive Beschuss löst jedoch einen Erdrutsch aus, der die Männer verschüttet. Unter ihnen ist Feldwebel Hoh Vitt und sein Enkel Elto, der es vor allem durch die Beziehungen seines Onkels in die Eliteeinheit geschafft hat. Elto ist, wie so viele seiner Kameraden auch, schwer verwundet. Als den Männern nach und nach klar wird, dass sie in der Höhle gefangen sind und keine Aussicht auf Rettung besteht, muss Hoh sie irgendwie darauf vorbereiten, dem unausweichlichen Tod ruhig ins Auge zu sehen. Dazu greift er auf einen Trick zurück, den er auf seinem Heimatplaneten Jongleur gelernt hat – und dessen Resultate lange nach der Schlacht die sonst so unerschrockenen Fremen, die die Höhle öffnen, vollkommen verängstigen wird…

„Das Flüstern der Meere Caladans“ wurde erstmals 1999 im Magazin Amazing Stories abgedruckt und war die erste neue „Wüstenplanet“-Geschichte, die seit „Die Ordensburg des Wüstenplaneten“ (im Shop) von 1985 erschien. Dementsprechend schnell verkaufte sich die Zeitschrift damals – was aber sicherlich nicht allein am Reiz des Neuen gelegen haben dürfte, denn „Das Flüstern der Meere Caladans“ ist ein gut geschriebenes Appetithäppchen für „Wüstenplanet“-Fans wie für Neueinsteiger: Den einen präsentiert sie ein bekanntes Ereignis aus einem vollkommen anderen Blickwinkel, den anderen liefert sie eine spannende Geschichte und, sehr komprimiert, einiges an Hintergrundwissen, das bei der Lektüre von Frank Herberts „Der Wüstenplanet“ hilfreich sein kann. Vor allem aber ist „Das Flüstern der Meere Caladans“ eine so spannende wie berührende Geschichte mit einem Twist am Ende, der lange im Gedächtnis bleibt – und darum absolut lesenswert.

Titelbild: Der Palast von Arrakeen (John Schoenherr)

Brian Herbert und Kevin J. Anderson: Das Flüstern der Meere Caladans • Erzählung • aus dem Amerikanischen von Jakob Schmidt • Wilhelm Heyne Verlag, München 2009 • enthalten in Träume vom Wüstenplaneten • Taschenbuch • € 9,95 • im Shop

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