James Sallis (1944–2026)
Der große Autor von Krimi und Science-Fiction ist tot
Wie soeben bekannt wurde, ist der US-amerikanische Autor James „Jim“ Sallis (im Shop) am 27. Januar im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit friedlich an der Seite seiner Frau Karyn gestorben. Mit James Sallis verliert die Genre-Literatur einen ihrer großen Könner, Stilisten und Meister.
In erster Linie kennt man Sallis für seine Krimis, allen voran das schmale Roman-Meisterwerk „Drive“ alias „Driver“, das 2011 von Regisseur Winding Refn stylisch mit Ryan Gosling in der Hauptrolle verfilmt wurde (wer den Film kennt und mag: die Romanvorlage ist noch besser und ein wahres Lieblingsbuch, das man immer wieder lesen kann, und erhielt in Buchform zudem eine Fortsetzung). Auch Sallis’ Romane um den Detektiv Lee Griffin oder um Ex-Cop John Turner haben sich Krimi-Fans ins Gedächtnis eingebrannt. Weitere Romane aus Sallis’ Feder sind „Sarah Jane“, „Willnot“, „Deine Augen hat der Tod“ und „Der Killer stirbt“. Darüber hinaus veröffentlichte er Sachbücher über Chester Himes, Jim Thompson und Samuel R. Delany. Er schrieb aber auch Kritiken für die „New York Times“ oder „Interzone“.
Seine Schriftstellerkarriere begann der 1944 in Helena, Arkansis geborene Sallis allerdings mit Science-Fiction – der er über all die Jahre als Autor und Kritiker stets treu geblieben ist. 1967 veröffentlichte Sallis seine ersten Kurzgeschichte in Michael Moorcocks berühmtem SF-Magazin „New Worlds“, Anfang der 1970er folgten einige Storys in Damon Knights „Orbit“-Anthologie-Reihe. Sallis gehörte zur wichtigen New-Wave-Bewegung der englischsprachigen Science-Fiction und half Moorcock zwischen 1968 und 1969 sogar eine Zeitlang bei der Herausgabe von „New Worlds“.
James Sallis, der u. a. mit dem Deutschen Krimi Preis und dem Hammet Prize ausgezeichnet worden ist, war bis zum Schluss aktiv: Ende 2024 erschien mit „Bright Segments“ eine beeindruckende Hardcover-Sammlung seiner Shortfiction auf über 800 Seiten (2026 soll eine Taschenbuch-Ausgabe der Kollektion folgen). Und während im Dezember 2025 gerade erst seine SF-Story „And We Shall Find Rest“ in der aktuellen Januar/Februar-Ausgabe des Magazins „Asimov’s“ veröffentlicht wurde, sind für Februar auf Englisch Sallis’ SF-Mosaikroman „World’s Edge“ und für Oktober sein Krimi „Backwater“ angekündigt.
Autorenfoto: © Karyn Sallis
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