Wie fliegt man zu einem anderen Stern?
NASA-Forscher entwickeln erste Konzepte für eine Sondenmission zum Alpha-Centauri-Sternsystem
Auf einer Tagung für Geophysiker haben NASA-Astronomen erste Überlegungen angestellt, wie eine Mission zum 4,34 Lichtjahre entfernten Alpha-Centauri-Sternsystem beschaffen sein müsste. Anthony Freeman vom Jet Propulsion Laboratory des CalTech Instituts schlug auf der Herbsttagung der American Geophysical Union vor, ein Raumschiff zu entwickeln, das bis auf 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen könne.
Der Vorteil: Die Reisezeit bis zum Dreifachsternsystem Alpha Centauri würde auf etwa vierzig Jahre verkürzen. Andererseits, so Freeman, müsste die Sonde dafür die Fähigkeit haben, sich während des Fluges selbst umzubauen, damit sie bei der Ankunft stark abbremsen könnte und damit sie mit den langen Signallaufzeiten zurecht käme. So wäre etwa zwölf Jahre vor Ankunft der letzte Zeitpunkt, an dem Daten der Sonde noch ausgewertet, mit Anweisungen zurückgeschickt und dort für Kurskorrekturen oder Änderungen am System umgesetzt werden könnten. Vier Jahre vor Ankunft würde uns gar kein „aktuelles“ Signal mehr erreichen – die Sonde wäre ab dann auf sich gestellt.

All diese Ideen sind noch sehr „nebulös“, sodass mit einer solchen Mission vor 2069 – dem einhundertjährigen Jubiläum der Mondlandung von Apollo-11 – nicht zu rechnen ist. Bis dahin wird Voyager-2 immer noch das am weitesten von der Erde entfernte, menschengemachte Objekt sein, zurzeit etwa 19,4 Lichtstunden.
Die Präsentation von Dr. Anthony Freeman gibt’s hier.
Titelbild © ESO/L. Calçada/N. Risinger - http://www.eso.org/public/images/eso1241b/
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