30. Mai 2021 2 Likes 2

Burial: Chemz/Dolphinz – Erst abtanzen, dann chillen

Der Dubstep-Papst liebt Delphine

Lesezeit: 2 min.

Den britischen Dubstep-Papst Burial braucht man wohl kaum mehr vorstellen. Der schüchterne Brite, der bis heute keine Live-Auftritte spielt und sich nur selten in den Medien zu Wort meldet, traf mit seiner ganz eigenen, nebelig-melancholischen, rhythmisch immer leicht neben der Spur daherklappernden Musik den Nerv einer ganzen Generation und gilt heute zu Recht als einer der einflussreichsten Köpfe der elektronischen Musik des frühen 21. Jahrhunderts.

Leider trat aber irgendwann das ein, was ich „Rolling Stones“-Syndrom nenne: Im Zuge der nach seinen beiden Kult-Alben „Burial“ (2006) und „Untrue“ (2007) startenden Serie an Singles und EPs (weitere Alben gibt’s bis heute nicht) wurde bald deutlich, dass Burial nicht so wirklich gewillt war, neue Pfade zu beschreiten, sondern es sich lieber mit der gefundenen Erfolgsformel gemütlich machte, die lediglich ein wenig mit Referenzen zum britischen Rave-Sound der 90er-Jahre angereichert wurde. Erst 2017 gab’s mit der experimentellen LoFi-Dark-Ambient-EP „Subtemple“ eine kleine Überraschung, nur um dann aber gleich wieder zurückzurudern.

Jetzt also ein neues Doppel, das nur zum Teil neu ist. „Chemz“ wurde bereits Ende 2020 als Single veröffentlicht und fährt zwölfeinhalb Minuten lang das komplette Programm auf, das man von Burial erwartet. Schon okay, aber man kennt’s halt. Überraschend kommt allerdings „Dolphins“ daher: Ein neunminütiger, rhythmusfreier, unheimlich atmosphärischer Minifilm für die Ohren mit Delfin- und Regensounds und gelegentlich ins Mikro geraunte Liebeserklärungen an Delfine (!?). Klingt geschrieben wahrscheinlich ganz schön albern, kommt aber gehört absolut fesselnd.

Hier kann man alles anhören und kaufen (Digital und Vinyl)!

Kommentare

Ohne jetzt hier dem Autoren auf die Füße treten zu wollen, aber mir erschließt sich einfach nicht der Sinn dieser wiederkehrenden Beiträge zu etwaigen musikalischen Ergüssen, die allein dem Geschmack des Autoren geschuldet zu sein scheinen. Mir fehlt hier ein bisschen der Kontext...

Bild des Benutzers Simon Becka

Als damals - Mitte der 90er? - Goldie oder Roni Size erste Platten machte, sagte ein Kumpel zu mir: „Das ist Musik aus der Zukunft“. Und ich dachte: Ja, stimmt! Es ging nicht darum, ob Raumschiffe auf dem Cover waren oder in den Texten ein Spaceman auftauchte, sondern um die Musik an sich. Um Grenzgänger, um Neues, um Unerhörtes. Da sehe ich den Kontext. Klar gefällt mir das auch nicht alles, aber ich nehme solche Hinweise gerne auf.

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