Der Klassiker

20. August 2019 3 Likes

Ich denke, also bin ich?

„Blindflug“ von Peter Watts

Im Jahre 2082 tauchen völlig unvorbereitet 65.546 Objekte in einem präzisen Raster gleichmäßig verteilt in der Atmosphäre der gesamten Erde auf und verglühen in etwa einer Minute. In dieser Zeit sammeln die „Fireflies“ (Glühwürmchen) Daten und senden sie an einen...

20. Juli 2019

Kalorienhaltiges nach dem Kollaps

Paolo Bacigalupis mehrfach preisgekrönter Roman „Biokrieg“ 

Im Jahr 2009, so hat man in der Rückschau noch heute das Gefühl, war der Amerikaner Paolo Bacigalupi mit seinem Roman „Biokrieg“ (im Shop) praktisch alleine dafür verantwortlich, dass das Science-Fiction-Subgenre des Biopunk zum...

20. Juni 2019 1 Likes 1

Auf Federn zum Mond

Daniel Defoes satirischer Klassiker „Der Consolidator“ als frühes Beispiel für Science-Fiction

Sein 1719 erstmals erschienener Abenteuerroman „Robinson Crusoe“ ist bis heute ein vielgelesener Klassiker. Doch der Aufklärer, Satiriker und Freigeist Daniel Defoe (1660–1731) hatte schon vierzehn Jahre zuvor eine unwahrscheinliche Reise beschrieben, die seinen Erzähler zum Mond, zu dessen...

20. Mai 2019 1 Likes

Von Elefanten und Zombies

Robert A. Heinleins Sammlung „Entführung in die Zukunft“

Robert Heinlein (1907-1988). Schwieriger Fall. Trennen wir sein Werk ganz grob in „vor 1955“ und „nach 1955“, einfach mal so. Der Heinlein „vor 1955“ war ein Schriftsteller, der dem Genre massive Impulse setzte. Er debütierte 1939 mit der...

20. März 2019

Wahre Märchen

Der Episodenroman „Der Montag fängt am Samstag an“ von Arkadi und Boris Strugatzki

Stellen Sie sich das Ministerium für Zauberei aus „Harry Potter“ vor, aber in der ehemaligen Sowjetunion und mit dem Auftrag, wahres Glück für alle zu finden: das ist das „Forschungsinstitut für Hexerei und Zauberkünste“ aus Arkadi und Boris Strugatzkis „Der Montag fängt am Samstag an“. Dorthin...

20. Februar 2019

In der Stasisblase

„Der Friedenskrieg“ von Vernor Vinge, ein Meisterwerk der Science-Fiction

1984 war natürlich das Orwell-Jahr, auch wenn die Welt dann doch nicht so aussah, wie der englische Autor sich das vorgestellt hatte. Apple wollte der Sache gleich den Wind aus den Segeln nehmen und sendete zum Verkaufsstart des ersten Macintosh-Rechners einen legendären Spot (den Ridley Scott...

20. Oktober 2018 1 Likes

Verdammte Stadt

„Das Experiment“ ist der systemkritischste Science-Fiction-Roman von Arkadi und Boris Strugatzki

„Das Rohmanuskript des Romans wurde in sechs Arbeitstreffen geschrieben (etwa siebzig volle Arbeitstage insgesamt), verteilt über zweieinviertel Jahre. Am 27. Mai 1972 setzten wir den Schlusspunkt, atmeten erleichtert auf und legten die ungewohnt dicke Mappe in den Schrank. Ins Archiv. Für lange...

20. September 2018 1 Likes

Schrecken und Schönheit nach der Apokalypse

Wolfgang Jeschkes preisgekrönte Novelle „Osiris Land“ gehört zu den besten Erzählungen der Science-Fiction

„Er kam den Schari herab, von Mittag her, aus dem Lande der Lagone und Bagirmi, und führte drei Pferde mit sich, von denen er zwei als Packtiere benutzte.“ So beginnt eine der Sternstunden der deutschsprachigen Science-Fiction, die – obwohl bereits 1983 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis als „Beste...

20. Juli 2018 1 Likes

Abenteuer Forschung

Alfred Elton van Vogts Weltraumopernklassiker „Die Expedition der Space Beagle“

Das Goldene Zeitalter der Science-Fiction begann mit der Juli-Ausgabe des Magazins Astounding im Jahr 1939. Darin ist Isaac Asimovs zweite je veröffentlichte Kurzgeschichte „Trends“ enthalten. Die Cover-Story allerdings ist eine andere: die Geschichte „Black Destroyer“, „Schwarzer...

20. Juni 2018 1 Likes

Keine Revolution

Edward Bellamys utopischer Roman „Ein Rückblick aus dem Jahr 2000“

Ich habe genug von Dystopien. Schließlich habe ich jeden Tag das Gefühl, in einer zu leben. Deswegen freue ich mich umso mehr über Bücher wie Kim Stanley Robinsons „New York 2140“ (im Shop,...

20. März 2018 1 Likes

Das Monster und die Überfrau

Robert Silverbergs „Der Gesang der Neuronen“ handelt von Außenseitern und ihrer schmerzhaften Emanzipation

Ein Mann, der von einem fremden Planeten als Monstrosität zurückgekehrt ist – und eine Jungfrau, die die Mutter von hundert Babys wurde. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein und werden genau deshalb von Duncan Chalk, dem Betreiber eines Unterhaltungsimperiums, zusammengebracht, um ihre...

21. Februar 2018 3 Likes

Bilder eines denkenden Planeten

Andrej Tarkowskijs Filmkunstwerk „Solaris“ geht der Frage nach, was Menschsein bedeuten kann

In der elften Klasse nahm unsere Geschichtslehrerin uns mit ins Programmkino um die Ecke, um uns „einen ganz besonderen Film“ zu zeigen. Es war keine Pflichtveranstaltung, also kamen neben mir nur ein paar andere Interessierte mit. Was ich dann sah, hat mich bis heute nicht verlassen, obwohl ich...

20. Januar 2018 2 Likes

Von der Würde der Tiermenschen

John Crowleys „Geschöpfe“ ist ein exzellentes Beispiel für humanistische Science-Fiction

Eine USA, die in untereinander rivalisierende Kleinstaaten zerfallen sind, und eine Gruppe von Löwenmenschen, für die in dieser Welt kein Platz mehr ist – so lässt sich die Grundidee von „Geschöpfe“ (im Shop) beschreiben, dem zweiten...

20. November 2017

Die Echsen und der Exorzist

Weiterhin provokant: James Blishs Ausnahmeroman „Der Gewissensfall“

Ein Planet, der nichts weniger als das Paradies darstellt – und ein katholischer Würdenträger, der genau damit ein Problem hat: Dies ist die Ausgangssituation von „Der Gewissensfall“ (im Shop), einem Roman, der selbst in dem an...

22. Juni 2017

Der Mann im Mond ist tot

James P. Hogans Klassiker „Das Erbe der Sterne“ gibt seinem Protagonisten Rätsel auf

Zu den unzähligen Kinobesuchern, die von Stanley Kubricks Meisterwerk 2001 – Odyssee im Weltraum beeindruckt waren, zählte auch ein junger britischer Ingenieur namens James P. Hogan. Doch eine Sache störte ihn an dem Film doch: das Ende gefiel ihm so gar nicht. Als er sich einmal zu oft...

15. Mai 2017 1 Likes

Der ewige Kasernenhof

In „Die Glasfalle“ lotet Herbert W. Franke die Unmenschlichkeit und Gewalt des Militarismus aus

Ein Bild, das sich über Jahrtausende und in einer Vielzahl von Texten zu wiederholen scheint: gesichtslose Soldaten, gefangen in unbarmherzigem Drill, haben ihr Menschsein hinter sich gelassen und sind zu willenlosen Tötungsmaschinen geworden. Das ist das Kernthema von Herbert W. Frankes großem...

15. März 2017 3 Likes

Zwei Dimensionen sind genug

„Adolars phantastische Abenteuer“ ist ein subversiver Schatz des ungarischen Zeichentricks aus den 1970ern

Alles muss heute dreidimensional sein. 3D-Filme, 3D-Fernsehen, 3D-Internet, 3D-Ultraschallbilder und was weiß ich nicht noch alles. Das Zweidimensionale ist verdächtig, und manche Politiker scheinen gar nur noch eindimensional zu denken, wenn man die blühende Szene der Nationalisten und...

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